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Wermelskirchen
Markt: Schiefe Ebene zu steil

Wermelskirchen. Die Umgestaltung des Marktes verzögert sich: Verschiedene Höhenprofile werfen Fragen auf. Beschluss im Fachausschuss jetzt erst am 19. April. Keine deutliche Entscheidung, ob schiefe Ebene oder Terrassierung. Von Udo Teifel

Horst Krüger (Büfo) blieb beharrlich. Der Architekt kann rechnen, Bauzeichnungen und auch Höhenlinie lesen und interpretieren. Für ihn steht fest: Der Plan für den Markt, den er von einem örtlichen Vermessungsingenieurbüro zur Verfügung gestellt bekommen hat, zeigt ihm ein Gefälle von zehn Prozent – zuviel für eine schiefe Ebene. Viel zu viel für Behinderte.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umweltfragen war gestern in einer Zwickmühle. Eigentlich sollte der Umgestaltungs-Beschluss gefasst werden, damit dieVerwaltung die Förderanträge stellen kann und mit dem Bau im Herbst 2010 begonnen wird. Denn der Technische Beigeordnete Dr. André Benedict Prusa verkündete, dass der VVV Wermelskirchen als Sponsor für den Brunnen auftreten wird: "Wir freuen uns über das Geschenk." Um wie viel sich die Kosten aber reduzieren, sagte der Verwaltungsfachmann nicht.

Hauskanten steiler

Verkehrsplaner Wolfgang Mesenholl wusste wohl von Krügers Kritik. Er hielt entgegen, dass das Gefälle 3,5 Prozent (Kirche) bis maximal sieben Prozent betrage; an einige Hauskanten an der Stockhauser Straße hingegen könnte es steiler werden. Eine Terrassierung spreche gegen eine "Platz-Situation", die Begehbarkeit würde eher so Stolperfallen führen. Er könne sich Krügers Zehn-Prozent-Rechnung nur so vorstellen, dass die Absenkung von der Berliner Straße nicht berücksichtigt wurde. "Von Café Wild an wird der Straßenverlauf um 60 Zentimeter gesenkt. Damit kommen wir zu einer Platzneigung von maximal sieben Prozent."

SPD wie auch CDU sprachen sich für Mesenholls Vorschlag einer schiefen Ebene mit Plateau und massiven Sitzbänken aus; Dietmar Paulig (Grüne) meinte, dass er bei einer Terrassierung keine Nutzungseinschränkung sehe. Aber sprach sich aber weder für das eine noch andere aus. Vielmehr freute er sich, dass der VVV als Sponsor des Brunnens auftrete, er sieht aber die Notwendigkeit, dass sich der Ausschuss weiter an der Gestaltungsdiskussion beteilige: "Wir dürfen nicht ausgeschlossen werden." Und: "Warum wird der Bürger nicht viel mehr in die Gestaltung des Brunnens eingebunden?" Die übrigen Fraktionen des Regenbogen-Bündnisses positionierten sich nicht.

Für Volker Schmitz (CDU) war klar: "Wenn es zwei verschiedene Höhenangaben gibt, kann es keine Entscheidung geben. Es muss geprüft werden, ob es eine Differenz gibt." Wolfgang Mesenholl meinte, dass der Vermessungsingenieur, von dem Krüger seine Daten habe, auch die Schlussvermessung für seine Planungen vorgenommen habe: "Wir haben keine falschen Grundlagen gehabt. Das Missverständnis wird sich aufklären."

Quelle: RP
 
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