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Wermelskirchen
Neues Konzept für das Dorffest im Juni

Wermelskirchen: Neues Konzept für das Dorffest im Juni
Das Dorffestkomitee hat seine Ideen für das "neue" Dorffest in einer Zeichnung zusammengefasst, um die Pläne etwas anschaulicher zu machen.
Wermelskirchen. Die Organisatoren gestalten das Fest in Dabringhausen komplett neu. So wird nur noch an drei Tagen gefeiert, das Festzelt fällt weg, stattdessen gibt es eine Open-Air-Bühne. Gruppen und Vereine organisieren einen Dorf-Jahrmarkt. Von Sebastian Radermacher

Die Organisatoren des Dorffestes in Dabringhausen haben eine mutige Entscheidung getroffen: Sie gestalten das Dorffest grundlegend neu, teilt Tim Tiede für das Dorffestkomitee mit. "Damit es nicht schleichend der Devise zum Opfer fällt: ,Das haben wir immer so gemacht, das bleibt auch so'", sagt Tiede in einem offenen Brief, den das Komitee auch im Internet veröffentlicht hat.

Seit mehr als 20 Jahren gibt es das Dorffest in dieser Form in Dabringhausen, es ist ein fester Bestandteil im Terminkalender der Dawerkuser und ein tolles Beispiel für lebendiges Dorfleben. Die Organisatoren haben in den vergangenen Jahren mit vielen Menschen gesprochen, viele andere Veranstaltungen besucht und beobachtet, wie sich das Fest in Dabringhausen entwickelt. "Wir könnten jetzt vom Zerfall der Feierkultur sprechen, die Problematik des ,Vorglühens' diskutieren, die komplizierten Auflagen durchkauen oder die zu vielen Parallelveranstaltungen beklagen", sagt Tiede. "Doch das wäre nicht mutig."

Das Dorffestkomitee stellt sich dieser Situation und begegnet ihr konsequent mit Veränderungen. Dabei nutze es eine Stärke, die das Leben in Dabringhausen bereits seit mehr als 100 Jahren prägt: die Dorfgemeinschaft. Nicht umsonst sei der Slogan "Love your Dorf" ins Leben gerufen worden. Es gehe um eine Herzensangelegenheit (Love), die Identifikation (your) und um wertvolle Gemeinschaft (Dorf).

In diesem Sinne werde es beim Dorffest 2016 richtig gemütlich, es gebe ein "pulsierendes Herz" auf dem Festplatz, wo Vereine und Gruppen einen Dorf-Jahrmarkt gestalten. "Alle Buden, die sonst über weite Strecken im Dorf verteilt waren, werden nun eng beieinander rund um eine Open-Air-Bühne stehen", erläutert Tiede. Auf der Bühne werde es eine Mischung aus Live- und Partymusik sowie Programm der Vereine geben. Auch neu in diesem Jahr: Alle Schaustellerangebote (Ausnahme: Autoscooter und Karussell) werden an die Vereine übergeben, "so trennen wir uns vom kommerziellen Kirmes-Flair", sagt Tiede. Stattdessen engagieren sich die Vereine mit verschiedenen Angeboten, es gibt zum Beispiel Entchenangeln (Freibad-Förderverein), eine Losbude (Grunewalder Tanzcorps) oder einen Süßigkeiten-Stand (Jecke Wiever). Tiede: Die Liste der beteiligten Vereine ist in diesem Jahr noch gewachsen. Damit bleibt das Kirmesgeld im Dorf."

Ebenfalls eine mutige Entscheidung: Die Organisatoren trennen sich vom Festzelt - laut Tiede eine wirtschaftlich längst überfällige Entscheidung, denn das Zelt war der größte Kostenfaktor. "Andererseits brauchen wir auch Platz für eine offene Gestaltung auf dem Festplatz, der nun auch zur Rennstrecke für das Schubkarrenrennen wird", sagt er. Natürlich sei dem Komitee klar, dass diese Entscheidung vor allem bei schlechtem Wetter heißt diskutiert werden könnte. Tiede: "Zur Not haben wir immer noch zwei Hände: links ein Glas, rechts einen Schirm." Der Kram- und Trödelmarkt wird von der Altenberger in die Strandbadstraße verlegt. Über den Kirchplatz bleibe das Gemeindehaus gut angebunden. "Dort ist Raum für Aktionen, die ein Dach über dem Kopf brauchen", erläutert Tiede. Auch bei der Dauer des Festes gibt es eine Änderung: Erstmals wird nicht mehr am Montag gefeiert, sondern nur noch von Freitag bis Sonntag. "In gewisser Weise ist das alles ein Experiment - das macht es spannend", sagt Tiede. "Es wäre schön, wenn die Besucher unseren Mut belohnen."

Quelle: RP
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