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Wermelskirchen
Proklamations-Party mit bayrischer Note

Prinzenproklamation Dabringhausen
Wermelskirchen. Dabringhausener Narren freuen sich mit ihrem neuen Dreigestirn über die Rückkehr in die Mehrzweckhalle. Von Stephan Singer

Farblich blieb die Dekoration der Mehrzweckhalle in Dabringhausen zur Proklamation des neuen Dreigestirns standesgemäß ganz in rot-weißer Hand. Musikalisch geht es im Karneval in der kommenden Session 2016/17 aber durchaus auch bayrisch zu. Das macht nicht nur das Motto des neuen Dreigestirns ("Joa mei doa legst di nieda, mir han de Hall wieda!") deutlich, sondern auch der Auftritt der "Jecken Wiever" im Gefolge der närrischen Regenten. Die kommen nämlich in dieser Session mit feschen Dirndl kostümiert daher und tanzen zu Andreas Gabaliers "Hulapalu".

Etwa 600 Jecken feierten mit dem Dabringhausener Festausschuss die Proklamation von Prinz Peter III., Bauer Frank und Prinzessin Theresa. Letztere durfte sich sogar über einen eigenen Fanclub freuen, der beim Auftritt der Prinzessin mit dem Lied "Mädchen lügen nie" begleitet von lautstarkem Gejohle bunte Papptafeln mit einem "T" darauf in die Luft reckte.

Bunt verkleidet als Soldaten, Cowboys, Feen, Elfen und sogar als Weihnachtsmänner kamen die Besucher in die Mehrzweckhalle, die nach einem Jahr Pause (wegen der Flüchtlingsunterbringung) jetzt wieder die Heimat der Dabringhausener Jecken ist. Als nahezu komplettes Fußballteam in kurzen Hosen, Trikots und Stutzen schlossen sich zehn Dabringhausener um den 17-jährigen Simon Lubitz zusammen. Auf ihren Trikots prangte der Schriftzug "Dynamo Tresen": "Das ist unsere Verkleidung für die gesamte Session. Einige von uns sind aktive Kicker. Wir wollten für den Karneval eine besondere Verkleidung. Es kann natürlich sein, dass wir beim Rosenmontagszug lange Hosen unter den Shorts tragen."

Haben seit Samstag das Sagen im Dorf: Prinz Peter III., Prinzessin Theresa und Bauer Frank. Mit dem neuen Dreigestirn feierten am Samstag etwa 600 Besucher in der Mehrzweckhalle Dabringhausen, der Heimat der Jecken. FOTO: Jürgen Moll

Mit roten Polyester-Mänteln bekleidet erlebten auch Sebastian Bublies und Carsten Johann (Vater der frisch proklamierten Prinzessin) eine besondere Nacht: Sie absolvierten ihren "Lehrlingsabend" bei der Altstadtgarde. Und Lehrjahre sind bekanntlich keine Herrenjahre: "Wir müssen verfügbar sein, Stiefel putzen und Bier holen", sagte der 52-jährige Johann und lachte. "Sie haben die Zwischenprüfung schon bestanden", lobte Altstadtgarde-Mitglied Uli Braun. Für die beiden "Lehrlinge" eine gute Nachricht, denn damit dürfen sie sich in der kommenden Session mit einer maßgeschneiderten, atmungsaktiveren Uniform kleiden.

Andreas Posingies, Sprecher des Festausschusses, war froh, dass die Jecken im Dorf wieder in der Mehrzweckhalle feiern können: "Wir freuen uns, wieder zu Hause zu sein. Und wir sind stolz auf diese Besucherzahl - darum beneiden uns andere Karnevalsgesellschaften. In der Mehrzweckhalle müssen wir nichts erfragen. Hier packen ein paar Mann ohne viele Worte an und bewerkstelligen den Auf- und Abbau."

Bürgermeister Rainer Bleek richtete sich bei der Proklamation des neuen Dreigestirns mit einem Augenzwinkern an das feierfreudige Volk: "Ich habe euch die Halle zurückgegeben, ich habe euch die Hofburg zurückgegeben, aber das Rathaus ist tabu! Ich habe auch vor der Altstadtgarde keine Angst - ich werde das Rathaus bis zur letzten Konfetti-Kanone verteidigen!"

Quelle: RP
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