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Leichenfund in Wermelskirchen
Tote 53-Jährige galt als "gute Seele" des Reiterhofs

Tote Frau in Wermelskirchen entdeckt
Tote Frau in Wermelskirchen entdeckt FOTO: S.Radermacher
Wermelskirchen. Nach dem mysteriösen Tod einer 53-Jährigen auf einem Reiterhof in Wermelskirchen sind die Mitglieder des örtlichen Reit- und Fahrvereins erschüttert. Die Tochter der Frau hatte den Hof Anfang des Jahres übernommen. Ob die Tote das Opfer eines Verbrechens wurde, muss jetzt die Polizei klären.  Von S. Radermacher, E. Senf und U. Teifel

Trister Nieselregen geht über der Reitanlage "Im Berg" nieder. Auf dem Hof stehen Dutzende Polizeiautos, Ermittler sichern hinter rotem Absperrband Spuren. Öffnen wird der Betrieb an diesem Mittwoch nicht mehr. Die bergischen Reitsportfreunde trauern um die tote 53-Jährige, die dort am frühen Morgen mit einer blutenden Kopfwunde gefunden wurde.

Die Tochter der Frau betreibt die Reitanlage und züchtet dort Pferde. Die junge Pferdewirtin hatte den Pensionsstall zum Januar übernommen. Zuvor hatte die Tochter bei dem vorherigen Betreiber der Anlage ihre Ausbildung absolviert.

Unter Reitern und Mitgliedern des Reit- und Fahrvereins Wermelskirchen, dem der Hof gehört, galt die 53-Jährige als "gute Seele der Anlage", berichtet eine Reitsportlerin. Sie habe sich für jedes Tier eingesetzt und sei nachts aufgestanden, wenn eines der Pferde krank war. Die Reiter schätzten die 53-Jährige als Organisationstalent. Sie und ihre Tochter hätten sich mit Herzblut um die Anlage und die Pferde gekümmert, erinnert sich eine andere Reiterin. Gerhard Fischer, seit 20 Jahren Vorsitzender des Vereins, hat laut eigener Aussage zuletzt am Dienstag mit der 53-Jährigen telefoniert. Nichts habe auf mögliche Spannungen hingedeutet, berichtet er.

Umso erschütterter sind die Reiter und Vereinsmitglieder über den Tod der Frau, dessen Umstände bislang noch unklar sind. Passanten hatten die 53-Jährige, die eine schwere Kopfverletzung aufwies, am Mittwoch um sechs Uhr morgens gefunden. Der Vorstand will sich noch am Mittwochnachmittag treffen und über das weitere Vorgehen beraten. Man wolle die Tochter bestmöglich unterstützen, sagt Fischer. Ein Angestellter kümmert sich derweil um die Pferde.

Der Reitstall "Im Berg" ist ein recht kleiner Stall mit knapp 40 Boxen, aber dennoch über das Bergische Land hinaus bekannt. Einmal im Jahr findet auf der 1979 gebauten und hinter Bäumen versteckten Anlage ein Reitturnier für Spring- und Dressurprüfungen bis in die mittelschweren Klassen L und M statt. Auch die Tochter der Toten selbst ist in der Reitsportszene erfolgreich und international in Springprüfungen platziert.

Am Fundort der Leiche, einem Weg neben dem Reiterhof, hatte es laut Polizei "einige Fragezeichen und Unklarheiten" gegeben. Die Mordkommission Köln ermittelt wegen des Verdachts auf ein Kapitalverbrechen.