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Leben & Lernen
140 Grundschüler erkunden den Wald

Wermelskirchen. Im Mittelpunkt steht das Naturerlebnis. Mit Geschick, Beobachtungsgabe und Spürsinn sind Aufgaben zum Thema Wald zu lösen." So beschreibt Försterin Kristine Lingslebe vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW die jährlichen Waldjugendspiele. 140 Kinder der örtlichen Grundschulen nahmen gestern daran teil. Schon ganz früh am Morgen sind die zehn Stationen im Wald hinter dem ehemaligen Eifgen-Freibad aufgebaut worden. "Da ist mir heute Morgen schon eine Wildsau über den Weg gelaufen", sagt Lingslebe. "Vorsichtshalber habe ich die Schokolade an einer Station an einen Baum gehängt."

An jeder Station sind in einer bestimmten Zeit Aufgaben zu lösen: in zehn Minuten aus Zweigen einen Turm bauen oder ein möglichst exakt 250 Gramm wiegendes Holzstück zu sägen. Dabei erfahren die Kinder, dass jeder Bundesbürger pro Jahr einen Kubikmeter Holz verbraucht. Umgerechnet entspricht das dann 250 Gramm Holzverbrauch während der Waldjugendspiele.

35.000 Kinder nehmen landesweit daran teil, und viele Organisationen und Helfer unterstützen diese Aktion. Ulrich Schott vom Bergischen Naturschutzverein informiert über den Wasserkreislauf, und Eberhard Lambeck von der Forstbetriebsgemeinschaft präsentiert viele Produkte, die ihren Ursprung im Wald haben. Selbst altes und totes Holz ist für den Wald wichtig. Das erklärt Heiner Grüter, Förster aus Hückeswagen, an einer abgestorbenen Buche. "Es ist wahrscheinlich der letzte Jahrgang, der noch nicht mit dem Smartphone durch den Wald läuft", vermutet Robert Schmitz lachend. "Wir müssen den Kindern die Bedeutung des Waldes und der Natur vermitteln. Denn in einigen Jahren übernehmen sie ja die Verantwortung". An der Station des Wupperverbandes erklärt Sabrina Clauberg den Aufbau des Bodens im Wald und in der Stadt. Hier gilt es, gefüllte Kisten mit Steinen, Erde und Laub in der richtigen Reihenfolge aufzubauen. Und da kein Smartphone ablenkt, sind die Kinder mit Begeisterung dabei. "Das ist richtig toll, wie die Schüler in der Gruppe über die richtigen Lösungen diskutieren", freut sich Försterin Lingslebe. Eine Station trägt den Namen "Umweltsau". Hier erfahren die Kinder, was man im Wald nicht machen soll. Grillen, Müll entsorgen oder Rauchen gehört dazu. Während die Kinder noch durch den Wald streifen, hält Robert Schmitz, Vorsitzender der privaten Waldbauern, die Stellung am ehemaligen Freibad im Eifgen und bereitet mit einigen Helfern die Bockwurstbrötchen vor. Denn die "Starken Wölfe", die "Wilden Pandas" oder die "Wilden Wölfe" haben nach der großen Waldrunde richtig Hunger.

WALTER SCHUBERT

Quelle: RP
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