| 00.00 Uhr

Leben & Lernen
Die kleinen "Olchis" fressen eine ganze Stadt leer

Wermelskirchen. Die "Olchis" sind grün, sehen ein bisschen aus wie Marsmännchen und lieben die Unordnung. Am Samstag erweckte Andreas Blaschke (Figurentheater Köln) eine dreiköpfige Olchi-Familie im "Film-Eck" für Wermelskirchener Kinder ab vier Jahre zum Leben. Diese wussten schon im Vorfeld alles über die Charaktere aus den Kinderbüchern von Erhard Dietl. Keine Überraschung war es für sie also, dass es auf der Bühne nicht immer sauber zuging. Schon in der ersten Szene wirbelte die Olchi-Mama ordentlich Staub auf - weil sich Olchis im Dreck nun mal unglaublich wohlfühlen.

Die Erzählung begann auf einer Müllkippe in der Stadt Schmuddelfing, dem Zuhause der Olchis. Die Mutter nahm ein Dreckbad, der Vater "putzte" - und machte damit alles nur noch schmutziger. Der Geruch von Abfall brachte den Sohn derweil auf die Spur von Bürgermeister Ewald und seiner Gattin Evi. Das Ehepaar hinterließ bei einem Picknick eine Menge Müll und beschäftigte sich gleichzeitig mit der Frage, wie sich das Müll-Problem in der Stadt lösen ließe. Am Bühnenrand vertilgte der Olchi-Sohn ein paar leere Verpackungen. Der Bürgermeister reagierte entsetzt, weil er so etwas wie ein Olchi noch nie in seinem Leben gesehen hatte - und die jungen Zuschauer im "Film-Eck" erklärten ihm begeistert, dass Olchis den ganzen Tag lang nichts anderes täten als Müll fressen. Für Ewald war klar: Die Olchis werden die Stadt säubern. Sein Plan hätte reibungslos funktionieren können, hätte es nicht dieses eine Problem gegeben: Nicht alles, was die Olchis für Müll hielten, wollten die Menschen auch wirklich loswerden.

Da Andreas Blaschke alle Charaktere alleine spielte, konnten immer nur zwei Figuren gleichzeitig handeln. Das machte das Stück und die Szenenwechsel für die Kinder übersichtlicher. Für die Eltern wurden die Dialekte des Bürgermeisters und seiner Ratsmitglieder Bierbein und Piepenbrink zum Spaßfaktor.

Der vierjährige Malte Robl kannte die Olchis aus "Gute Nacht"-Geschichten. Ihm hat das Figurentheater gut gefallen. Besonders lustig: die Blähungen der grünen Müllkippenbewohner. Sein Vater Franz Josef kritisierte: "Die Geschichte ist eher für Erwachsene gemacht, da müsste für Kinder mehr Spaß und Komik rein." Als der Bürgermeister zu lange auf der Bühne zu sehen war, kamen schon Zwischenrufe: "Wir wollen die Olchis sehen!'"

Am Ende des etwa einstündigen Stückes hatten die Olchis die gesamte Stadt leergefressen und der Ratsfrau sogar Rock und Handtasche gemopst. Der Bürgermeister setzte der neuen Olchi-Plage ein Ende, indem er jeden Tag eine Fuhre Sondermüll zum Wohnort der dreiköpfigen Familie bringen ließ.

ROBERT EICKHORN

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Leben & Lernen: Die kleinen "Olchis" fressen eine ganze Stadt leer


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.