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Wermelskirchen
Verkehrsrowdy fährt Zwergspitz fast tot

Wermelskirchen: Verkehrsrowdy fährt Zwergspitz fast tot
Helga Schmuck mit ihrem Zwergspitz "Whisky": Er trägt jetzt einen dicken Verband - gestern wurden die Fäden gezogen. FOTO: Nico Hertgen
Wermelskirchen. Die Pfarrstraße ist zur nächtlichen Rennstrecke geworden. Das hat jetzt die 79-jährige Helga Schmuck erfahren müssen. Von Udo Teifel

Der Schreck sitzt der 79-Jährigen immer noch in den Gliedern. Nur ungern erinnert sie sich an diesen Moment am vergangenen Montag vor einer Woche, als ein Verkehrsrowdy auf der Pfarrstraße ihren elf Jahre alten Zwergspitz anfuhr - und Fersengeld gab. "Das hätte ich auch sein können. Dann wäre ich vielleicht jetzt schwer verletzt", grübelt Helga Schmuck. "Oder mir wäre noch Schlimmeres passiert."

Zwergspitz "Whisky" ist das Ein und Alles für die 79-Jährige. Täglich ist sie wenigstens zweimal mit ihm unterwegs. Trifft sich mit gleichgesinnten Hundefreunden auch im Eifgen. Und natürlich geht's dann abends noch mal eine kleine Runde Gassi. Das macht sie schon viele Jahre so, und noch nie ist ihr etwas dabei passiert. Bis eben an jenem Montagabend vor einer Woche.

Die Erinnerung an diese Schrecksekunde, verbunden immer mit Sorge um ihren treuen vierbeinigen Weggefährten, ist immer noch präsent. Und ihr fällt es schwer, darüber zu sprechen. Zwischen 22 und 22.30 Uhr war sie am 3. August noch einmal Gassi mit ihrem Zwergspitz. Dann wollte sie nur die Seite wechseln zu ihrem Wohnhaus. "Ich war gerade vom Bürgersteig auf die Straße getreten. Hatte mich vergewissert, ob ein Auto von rechts kam. Aber der Weg war frei." Dann hörte sie einen Automotor aufheulen, und mit hoher Geschwindigkeit soll das Fahrzeug dann durch die Pfarrstraße gefahren sein, ohne das Tempo zu reduzieren. "Nicht mal am Stopp-Schild zur Berliner Straße hat der Wagen angehalten. Mit Karacho ist er um die Kurve gebogen."

Das sei alles so schnell gegangen, dass sie gar nicht so richtig mitbekommen hatte, dass der Wagen ihrem "Whisky" über den Vorderlauf gefahren war. Sie hatte ihn kurz an der Leine geführt. "Wäre ich einen Schritt schneller gewesen, hätte er mich vielleicht erfasst." Als sie das sagt, atmet sie schwer durch.

Tempo 30 ist auf der Pfarrstraße vorgeschrieben. Wie schnell der Wagen fuhr, kann sie nicht einschätzen. Und vor Schreck, als plötzlich ihr Zwergspitz angefangen habe, vor Schmerzen zu jaulen und zu quiecken, habe sie auch nicht mehr den Fahrzeugtyp erkannt.

Ein lieber Nachbar sei sofort zu ihr geeilt, als er den Hund gehört hätte. Er half der alleinstehenden Frau, fuhr mit ihr und dem Hund zum Tierarzt. Dort wurde nach dem Röntgen festgestellt, dass eins der Vorderbeine gebrochen war - "Whisky" wurde sofort operiert. "Nach dem Splitterbruch hat er nun ein Platte eingesetzt bekommen", berichtet Helga Schmuck.

1200 Euro hat der Rentnerin diese Operation gekostet. Eine Menge Geld. Aber die OP hat natürlich ihrem Liebling das Leben gerettet. Der rücksichtslose Autofahrer hat, ohne sich um die Frau zu kümmern, Fersengeld gegeben. Zeugen gibt es wohl nicht. "Die Straße war ja um diese Zeit leer." Deshalb hat sie auch die Polizei nicht informiert.

Für Helga Schmuck ist diese Raserei nichts Neues: "Hier auf der Pfarrstraße wird nachts immer gerast." Dass es jetzt fast Menschenleben gekostet hätte, kann sie immer noch nicht fassen. Die Polizei hat sie noch nie auf dieser Straße gesehen.

Quelle: RP
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