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Wermelskirchen
Verkehrsversuch läuft weiter

Wermelskirchen: Verkehrsversuch läuft weiter
Der Verkehrsversuch "gegenläufiger Radverkehr" wird fortgesetzt. Die WNKUWG-Fraktion hat keine Mehrheit mehr. FOTO: Dörner
Wermelskirchen. Die WNKUWG-Fraktion hat keine Mehrheit mehr für den sofortigen Stopp des gegenläufigen Radverkehrs auf der Telegrafenstraße. CDU und Bürgerforum haben ihre Meinung geändert. Von Udo Teifel

Der jüngst erst eingebrachte Antrag der WNKUWG-Fraktion, den Verkehrsversuch mit sofortiger Wirkung zu beenden, wird keine Mehrheit finden. CDU und Bürgerforum haben ihre Meinung geändert. Das erklärte am Freitag CDU-Chef Volker Schmitz auf Anfrage. Aber: Auch die CDU möchte, dass das Verkehrskonzept grundsätzlich neu beraten wird. "Wir haben eine Fürsorgepflicht für alle Verkehrsteilnehmer. Das in 2003 vom Rat beschlossene Verkehrskonzept trägt dem keine Rechnung." Zu viel habe sich inzwischen verändert.

Im Juni hatten sich WNKUWG, Büfo und CDU zusammengetan und mit einer Stimme Mehrheit im Stadtrat dafür votiert, den Verkehrsversuch sofort zu stoppen. Sie lehnten sogar den Kompromiss von FDP, Grünen und SPD ab, ihn mit begleitenden Maßnahmen um ein Jahr zu verlängern, um verlässliche Daten zu bekommen. In der Juli-Sitzung des Stadtrates "kippte" Bürgermeister Eric Weik diese Entscheidung und riss das Verfahren an sich: Er beruft sich auf eine Ratsentscheidung aus 2003, wonach gegenläufiger Radverkehr in der Innenstadt geplant ist.

Politiker müssen Mut beweisen

Die Situation auf der Telegrafenstraße sei "schwierig", bekannte Schmitz. Er sprach sich dafür aus, "Mut zu zeigen und das komplette Halten auf der linken Seite zu verbieten". Im Gegensatz zur Kölner Straße sei die Telegrafenstraße eine "flache Straße" – da könne man auch von der gegenüberliegenden Seite ein paar Meter gehen. Das gelte auch für den Ladeverkehr. Zu diesem Standpunkt habe sich seine Fraktion nach der Sommerpause durchgerungen. "Viele Kollegen haben sich intensiv mit dem Radverkehr auf der Balkantrasse in den Sommerferien beschäftigt. So sind wir zu einer neuen Meinung gekommen."

Neues Verkehrskonzept umstritten

Der Radverkehr in der Telegrafenstraße sollte aber bei einer Diskussion ums Verkehrskonzept nicht isoliert betrachtet werden – "wir müssen den kompletten Verkehrsraum, wenn die Panoramaradweg-Fahrer den Schutzraum Balkantrasse verlassen, neu betrachten", so Schmitz.

Auch das Bürgerforum hat eine neue Linie: "Wir wollen, dass der Verkehrsversuch vom Frühjahr an ein Jahr lang bestehen bleibt", so Fraktionschef Friedel Burghoff am Freitag. Deshalb stehe seine Fraktion nicht mehr hinter dem im Juni im Fachausschuss geforderten sofortigen Stopp. Burghoff: "Ich gestehe ein, dass ich den Ratsbeschluss aus 2003 nicht mehr vor Augen hatte. Was damals beschlossen wurde, ist richtig. Wenn ich daran gedacht hätte, hätten wir im Fachausschuss dem Abbruch nicht zugestimmt."

Das Bürgerforum sieht im Gegensatz zur CDU keine Notwendigkeit, das Verkehrskonzept neu zu diskutieren.

(RP/ac)
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