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Wermelskirchen
Vier Brände an einem Tag - treiben Brandstifter ihr Unwesen?

Wermelskirchen: Vier Brände an einem Tag - treiben Brandstifter ihr Unwesen?
Der zweite Einsatz am Schwanen: In dieser Garage brannte am Dienstag gegen 14.20 Uhr plötzlich Unrat. Die Polizei ermittelt. FOTO: Polizei
Wermelskirchen. Zunächst brannte es in zwei Garagen am Schwanen, dann im Wald bei Oberwinkelhausen. Abends gab's einen Großeinsatz in Höhrath. Von Sebastian Radermacher, Guido Radtke und Henning Röser

Die Feuerwehr Wermelskirchen ist am Dienstag innerhalb von acht Stunden zu vier Brandeinsätzen alarmiert worden. Wie Feuerwehrchef Holger Stubenrauch gestern mitteilte, mussten die Einsatzkräfte zunächst gegen 13 Uhr zum Schwanen ausrücken: Dort brannte Unrat in einer leerstehenden Doppelgarage. Der Brand konnte schnell gelöscht werden. Aufgrund der unklaren Brandursache übergab die Feuerwehr nach der Kontrolle der anderen Garagen die Einsatzstelle an die Polizei.

Um 14.20 Uhr gab's den zweiten Einsatz, erneut am Schwanen: Wiederum brannte Unrat, diesmal in einer anderen Garage, die baulich getrennt war von der vorigen Einsatzstelle. Ein Trupp ging unter Atemschutz in der Garage gegen die Flammen vor, ein weiterer bekämpfte das Feuer auf der Rückseite der Garage, da bereits das Dach und die Rückwand durchgebrannt waren. Die Einsatzkräfte öffneten schließlich das Dach mit einer Motorsäge, um weitere Glutnester löschen zu können.

In dem zweiten Brandfall war eine Zeugin durch einen laut rufenden Mann auf das Feuer aufmerksam gemacht worden, teilte die Polizei gestern mit. Dieser schrie offensichtlich zwei Jugendliche an, die dann flüchteten. Bei der Tatortaufnahme konnte der Mann aber nicht mehr angetroffen werden. Die beiden jungen Männer waren nach Angaben der Polizei etwa 15 bis 17 Jahre alt, 1,80 Meter groß und schlank. Einer war schwarz gekleidet, hatte dunkle Haare und trug eine kurze Hose. Sein Begleiter war hell gekleidet und hatte blonde Haare. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Sie sucht jetzt weitere Zeugen, die die beiden Jugendlichen gesehen haben. Außerdem sucht sie den Mann, der die beiden gesehen und angeschrien hat. Hinweise unter Tel. 02202 2050.

Gegen 19.50 Uhr folgte der dritte Einsatz: Die Feuerwehr rückte zu einem Brand im Wald bei Oberwinkelhausen aus. Dort hatte ein Ehepaar, das mit seinem Hund unterwegs war, Brandgeruch wahrgenommen und in einer Tannenschonung ein Feuer entdeckt. Laut Stubenrauch brannten etwa drei Quadratmeter Unterholz. Doch der Notruf ging rechtzeitig bei der Feuerwehr ein: Die Einsatzkräfte konnten das Feuer rechtzeitig löschen. Auch hier war die Brandursache unklar.

Um 21.20 Uhr dann der größte Einsatz, nur wenige Hundert Meter Luftlinie von Oberwinkelhausen entfernt: Die Feuerwehr Wermelskirchen wurde zur Unterstützung der Solingener Einsatzkräfte nach Angerscheid bei Höhrath gerufen. Dort brannten 80 Strohballen auf einer Wiese. Aufgrund der starken Rauchentwicklung mussten Anwohner der umliegenden Gebäude in Sicherheit gebracht werden. Die Strohballen wurden mit einem Bagger auseinandergezogen und gelöscht. 21 Einsatzkräfte aus Wermelskirchen waren bis 1 Uhr im Einsatz. Und nur knapp eine Stunde später, gegen 22.15 Uhr, musste auch die Remscheider Feuerwehr zu einem Brand ausrücken: Auf einem Feld an der Westhausener Straße, wiederum nur wenige Kilometer von den Brandstellen in Höhrath und Oberwinkelhausen entfernt, standen plötzlich 250 Heuballen in Flammen. Die Polizei ermittelt, sie geht nach den Einsätzen in Höhrath und Remscheid von Brandstiftung aus. Verletzt wurde niemand.

Feuerwehrchef Stubenrauch warnt: "Durch die anhaltende Trockenheit ist die Waldbrandgefahr extrem hoch." Der Boden sei trotz Regenschauer noch sehr trocken. Regenwasser dringe kaum in tiefere Bodenschichten ein und verdunste schnell an der Oberfläche. "Die Gefahr, dass es durch unvorsichtiges Verhalten im Wald und auf Wiesen zu einem Brand kommen kann, ist sehr groß", sagt der Feuerwehrchef.

Quelle: RP
 
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