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Wesel
Bad-Neubau wird barrierefrei

Wesel: Bad-Neubau wird barrierefrei
Das Allgenerationen-Hallenbad in Nordhorn (Generalplanung: Geising + Böker GmbH, Hamburg) hat den Mitgliedern des Weseler Bäder-Aufsichtsrates bei ihrer Rundreise besonders gut gefallen. So ähnlich könnte das neue Bad aussehen, was in der Kreisstadt errichtet werden soll - an welchem Standort auch immer. FOTO: Philipp Neise
Wesel. Nach dem Kombibad-Chaos in dieser Woche gibt Bäder-Chef Franz Michelbrink am Montag Details zum Hallenbad-Neubau bekannt. Und zwar während einer öffentlichen Fraktionssitzung der SPD. Die Standortfrage ist jetzt wieder völlig offen. Von Klaus Nikolei

Ganz gleich, an welchem Standort auch immer in Wesel in den nächsten Jahren ein neues Hallenbad gebaut wird, stehen zwei Dinge schon fest: Es wird auf jeden Fall auf einer Ebene und behindertengerecht sein. Und: Es wird auf keinen Fall ein Spaßbad werden. "Die Zeiten der reinen Erlebnisbäder sind vorbei. In vielen Städten werden sie schon zurückgebaut. Wir wollen kein Gochness und kein Bocholter Bahia werden." Das erklärte gestern Wesels Bäderleiter Martin Burgers während eines Pressetermins, bei dem die Bäder-Aufsichtsratsvorsitzende Ulla Hornemann über die Rundreise berichtet hat, die am Dienstag eine knapp 20-köpfige Weseler Gruppe zu vier ausgewählten Kombi- beziehungsweise Hallenbäder nach Kamen-Bönen, Ahlen, Gütersloh und Nordhorn geführt hatte. Ziel der Tour war es, sich anzuschauen, wie Hallenbäder der neuesten Generation aussehen und welche Erfahrungen die Betreiber in den einzelnen Städten gemacht haben. Dass Hornemann kurz vor der Reise von Bürgermeisterin Ulrike Westkamp erfahren hatte, dass laut RVR das geplante Kombibad am Rhein offensichtlich nicht genehmigungsfähig sei, hatte letztlich keinen großen Einfluss auf die Besichtigungstour.

Wer im Detail wissen möchte, wie der Neubau aussehen könnte und welche Anforderungen er erfüllen sollte, der kann sich am Montag, 12. Juni, 18 Uhr, im Weseler Ratssaal informieren. Dann wird nämlich Bäder-Geschäftsführer Franz Michelbrink während einer öffentlichen Fraktionssitzung der SPD die Bäder-Bedarfsanalyse vorstellen, über die am Dienstag auch der Bäder-Aufsichtsrat diskutieren wird. Bei dem Termin am Montag sollen übrigens auch die Wünsche der verschiedenen Vereine (DLRG, Schwimmverein, Versehrtensportgemeinschaft, Tauchsport, Kanufreunde, VHS) angehört werden, so dass sie in die weitere Planung eingebaut werden können.

Gestern jedenfalls bat Michelbrink um Verständnis, keine Details zur Bedarfsanalyse preisgeben zu können und verwies auf den Montagabend-Termin. Allerdings machte er deutlich, dass das Allgenerationen-Hallenbad in Nordhorn (Emsland) durchaus die Basis für den Neubau in Wesel sein könnten. Ein Neubau werde, das machte Michelbrink unmissverständlich klar, "auf jeden Fall kommen - egal an welchem Standort. Denn eine Sanierung des maroden Heubergbades würde zwischen 6,5 und zehn Millionen Euro kosten. Und das kommt nicht in Frage." Das Bad in Nordhorn verfügt unter anderem über ein Mehrzweck-, ein Lernschwimm-, ein Therapie- sowie ein kleines Rutschenlandebecken. "Der Vorteil dort ist", so Michelbrink, "dass die Becken nicht in einer großen Halle liegen, sondern abgetrennt sind." Dadurch verringere sich der Lärmpegel deutlich. Auch wenn sich alle Beteiligten gestern eigentlich nicht an der neu entflammten Standort-Diskussion beteiligen wollten (siehe Infobox), so machte Hornemann aus ihrer Überzeugung keine Mördergrube, dass sie den Heubergpark durchaus für geeignet hält. Vorausgesetzt, das alte Bad bleibt so lange offen, bis der Neubau fertig ist.

Dass es Stimmen gibt, die den Kahlschlag im Heubergpark für den Neubau kritisieren, kann sie nicht verstehen. "Plötzlich wird der Park von allen geliebt. Dabei weiß jeder, dass dort fast nur Leute mit Flaschen auf den Bänken sitzen, Hunde ausgeführt werden und es ein Rattenproblem gibt, das für Ekel sorgt." Aus Erfahrung und durch Gespräche mit Anwohnern wisse sie, "dass dort keiner hingeht".

Wie groß Wesels neues Hallenbad am Ende werden könnte, dazu wollte sich gestern auch niemand konkret äußern. Klar ist aber, dass es deutlich größer werden muss, wie das zweigeschossige Heubergbad. Denn wenn der Neubau behindertengerecht werden soll, müssen natürlich auch die Umkleidemöglichkeiten und Duschen ebenerdig untergebracht werden. "Die Menschen werden immer älter. Senioren sind, neben Kindern, unsere wichtigste Zielgruppe", so Hornemann.

Quelle: RP
 
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