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Kreis Wesel
Dreister Schrotthändler lässt Kinder arbeiten

Kreis Wesel: Dreister Schrotthändler lässt Kinder arbeiten
So ist's richtig: Wer Kühlschränke vom ASG Wesel abholen lässt, sollte sie mit dem zugeschickten Aufkleber "Achtung! Kann FCKW enthalten" versehen. FOTO: Malz
Kreis Wesel. Der Kreis und der städtische Betrieb ASG Wesel ziehen positive Bilanz der Aktion "Stopp Schrottklau". Ertappten Händlern drohen Strafen. Von Klaus Nikolei

Um dreisten Schrottsammlern auf die Schliche zu kommen, die als Sperrgut angemeldete Elektrogeräte und gewinnbringende Metalle illegal auf ihre Lkw laden und damit verschwinden, startete am Mittwochabend die ungewöhnliche Aktion "Stopp Schrottklau". Mitarbeiter des städtischen Betriebs ASG Wesel, der Kreisverwaltung und der Stadtwacht hatten sich an mehreren Stellen im Stadtgebiet auf die Lauer gelegt, um die Kennzeichen der Sammler zu notieren und die Polizei zu informieren.

Gestern zog ASG-Chef Ulrich Streich, der selbst zwei Stunden lang vergeblich auf ein "Tatfahrzeug" gewartet hatte, eine positive Bilanz der Aktion, die dauerhaft überall im Kreis fortgeführt wird. "Wir haben an insgesamt sechs Stellen Schrotthändler mit Kennzeichen aus Wesel, Mettmann und Aalen beobachtet. Allerdings konnte die Polizei nur einen Weseler zum Parkplatz an der Eissporthalle lotsen. Er hatte unter anderem einen Herd und eine Dunstabzugshaube aufgeladen, die ein Bürger an der Keramagstraße zum Sperrmüll angemeldet hatte", so Streich. Dem Mann, dem vom ASG schon vor Monaten schriftlich mitgeteilt worden war, dass das Sammeln von Elektroschrott verboten sei, weil der städtische Betrieb durch den Verkauf des Metalls die Müllgebühren möglichst niedrig halten will, droht nun eine Geldbuße. Womöglich muss er sich sogar vor dem Amtsgericht verantworten.

Streich und Michael Fastring, der im Kreishaus den Fachdienst Wasser- und Abfallwirtschaft leitet, berichteten gestern davon, dass die Polizei im Feierabendverkehr einen weiteren Schrotthändler zunächst aus den Augen verloren hatte. Doch später fanden die Beamten den Lkw vor der Haustür des Halters, der allerdings nicht zu Hause war. Auch im droht nun ein Gerichtsverfahren.

In einem weiteren Fall hatten zwei Kinder auf Anweisung eines unbekannten Mannes versucht, den Kompressor eines Kühlschranks abzureißen. "Unsere Mitarbeiter haben beobachtet, wie eine weiße Wolke aufstieg. Dabei handelte es sich um sage und schreibe 1,2 Tonnen klimaschädliches FCKW, das bei der Aktion freigesetzt wurde", erklärte Martin Wegner, Vorstandsmitglied des Kreises. Dass der dreiste Schrotthändler nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnte, hing damit zusammen, dass zeitgleich ein Rettungswagen mit Blaulicht auf der Straße hielt und der Mann mit den Kindern ohne Beute davonbrauste.

Streich und Fastring machten deutlich, dass die "oft sehr gut organisierten Sammler" auch vor Gewalt nicht zurückschrecken. Deshalb ihr Rat: "Wer als couragierter Bürger einen Schrottklau beobachtet, sollte zwar die Polizei rufen, sich aber nicht wegen eines Kühlschranks opfern."

Quelle: RP
 
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