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Wesel
Emmericher Straße: Kritik an Baumschnittaktion

Wesel. Die seit der vergangenen Woche laufenden Baum- und Strauchschnittarbeiten entlang der Emmericher Straße im Bereich Feldmark, Blumenkamp und Lackhausen sorgen bei Frank Schulten, dem verkehrspolitischen Sprecher der CDU-Ratsfraktion, nach wie vor für Verdruss. Dass die als Sicht- und Lärmschutz dienenden Gehölze "radikal kurzgeschnitten werden, kann einfach nicht sein. Ich finde das maßlos übertrieben", wettert Schulten. Er möchte, dass sich die Verwaltung mit der Sache befasst und wird der Bürgermeisterin einen entsprechenden Antrag vorlegen. Außerdem findet er es "unmöglich", dass die Bevölkerung nicht im Vorfeld über die Aktion informiert wurde. Tatsächlich hatte die zuständige Straßenmeisterei in Voerde versäumt, die Presse über diese Pflegemaßnahme zu informieren. Das bestätigte Wilhelm Kuypers, Medienbeauftragter der Straßen NRW-Regionalniederlassung Wesel, auf Anfrage. Von Klaus Nikolei

Zu den Kritikern der Grünschnittaktion, die vor Beginn der Vegetationsphase am 1. März erfolgen muss, gehört auch der Lackhausener Horst Münnich, der nur wenige hundert Meter von der Emmericher Straße entfernt wohnt. Er beklagt, "dass die Stadt offensichtlich keinen Einfluss hat auf die Aktion. Da sollte es bessere Absprachen zwischen Landesbetrieb und Stadt geben. Unser ASG würde so radikal jedenfalls nicht vorgehen", sagt Münnich. Er geht mittlerweile davon aus, dass es Straßen NRW gar nicht so sehr darum gehe, die Bäume durch das "auf den Stock setzen" vor "Pilzen und Fäulnis" zu schützen, sondern allein um "den schnöden Mamon". Denn: "Die bekommen Geld dafür."

In einem Brief an den Landesbetrieb, so erzählt Münnich, habe er den Verantwortlichen "mit einem Augenzwinkern" aufgefordert, mit den "Erlösen aus dem Holzverkauf eine Lärmschutzwand entlang der Emmericher Straße zu bauen."

Die RP konfrontierte gestern Wilhelm Kuypers mit dem Vorwurf Münnichs. Der erklärte, dass das Holz zu der zuständigen Straßenmeisterei komme und dort an Mitarbeiter oder andere Interessenten verkauft werde. Kuypers kann übrigens den Ärger der Anlieger verstehen. "Das wirkt jetzt wirklich schäbig. Aber schon im Frühjahr treiben die Bäume wieder mächtig aus." Er versichert, dass die Grünschnittaktion in der jetzt durchgeführten Art und Weise sein müsse. "Wir sind dazu sogar verpflichtet. Schließlich geht es ja auch um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer."

Quelle: RP
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