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Schermbeck
FDP: Wasmuth hofft auf Befreiungsschlag

Schermbeck: FDP: Wasmuth hofft auf Befreiungsschlag
FOTO: NN
Schermbeck. Nach dem Schock über die Facebook-Affäre von Thomas Heiske kommt im Ortsverband der Liberalen das Erwachen. Von Helmut Scheffler

Es hat ein paar Tage gedauert, aber ganz langsam scheinen sich die Schermbecker Liberalen nach dem Schock über ihren stellvertretenden Vorsitzenden Thomas Heiske wieder zu sortieren. Heiske hatte bei Facebook äußerst umstrittene Postings abgesetzt, unter anderem zur Flüchtlings-Thematik (RP berichtete). Am Wochenende reagierte der FDP-Kreisparteitag, fasste den einstimmigen Beschluss, Heiske aus der Partei und seinem Schermbecker Ratsmandat zu drängen. Jetzt soll es auch im Ortsverband der Schermbecker Liberalen weitergehen: Am Mittwoch, 9. März, treffen sich die FDP-Mitglieder um 19.30 Uhr in der Gaststätte Haus Mühlenbrock, um über die Zukunft der Schermbecker Liberalen zu beraten.

Der 36-jährige Dammer Marc Terstegen, der 2015 die Nachfolge des erkrankten Vorsitzenden Bernd Kleinsteinberg übernahm, ist bemüht, den von Heiske verursachten Schaden an der Schermbecker FDP zu reduzieren. Von den Vorkommnissen hat der junge Mann erst recht spät erfahren - er selbst ist nicht im sozialen Netzwerk Facebook unterwegs und las erst in der RP von Heiskes problematischen Äußerungen im Netz. Am Dienstagabend hat sich der FDP-Ortsvorstand mehrheitlich für eine offene Aussprache am 9. März ausgesprochen. "Ich hoffe, dass sich aufgrund der Brisanz möglichst viele FDP-Mitglieder an der Versammlung beteiligen", sagte Terstegen.

Zu den prominentesten FDP-Mitgliedern in der Region gehört der Schermbecker Klaus Wasmuth. Von 1999 bis 2009 war er Ratsmitglied und Fraktionsvorsitzender. Schon vorher war er langjähriger Sachkundiger Bürger in verschiedenen Ausschüssen. Wasmuth trat vor mehreren Jahren aus dem Schermbecker FDP-Ortsverband aus, weil ihm der Stil des Vorstandsmitglieds Thomas Heiske nicht gefiel. Seither ist Wasmuth Mitglied des FDP-Kreisverbandes. Die RP bat ihn um eine Stellungnahme: "Der Liberalismus ist eine Geisteshaltung. Welche Gesinnung Herr Heiske besitzt, hat er ja nun mehrfach gezeigt" erklärte Wasmuth. "Für Personen, die diese Gesinnung als Politiker vertreten, ist kein Platz bei den Liberalen. Der Kreisparteitag hat die richtige Entscheidung getroffen. Auf dem hatten im Übrigen die Schermbecker Delegierten Gelegenheit sich öffentlich zu positionieren. Ja oder Nein. Einen Diskussionsbeitrag von Schermbecker Seite gab es nicht, vielmehr hat man sich für Stimmenenthaltung entschieden."

Klaus Wasmuth sieht die Äußerungen Heiskes im krassen Widerspruch zu Grundrechten, was die Würde des Menschen betrifft. "An dieser Stelle möchte ich keine einzige Äußerung wiederholen. Seine Beiträge auf Facebook, wovon er behauptet, sie seien privat, sind unerträglich. Personen, die im öffentlichen Leben stehen, insbesondere Politiker, haben große Verantwortung und eine Vorbildfunktion", sagte Wasmuth. "Facebook ist eine soziale Plattform, in der geteilt wird. Wie kann ein Politiker so irren und meinen, die vermeintlichen privaten Äußerungen blieben privat. Es stellt sich die Frage, ob Verstöße gegen Grundrechte nicht auch strafrechtlich relevant sind." Erklärungen Heiskes, so Wasmuth, sollen durch den Ortsverband beurteilt werden. Das Ergebnis müsste in einer Stellungnahme nach außen gebracht werden.

"Jedes Mitglied der FDP Schermbeck ist gefordert, ob es sich mit liberalen Grundsätzen und dem Grundgesetz vereinbaren lässt, ob es sich mit solch einem Vorstandsmitglied und Ratsherrn identifizieren kann und ihm folgen möchte."

Quelle: RP
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