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Niederrhein
Gute Nachrichten zur Mercatorhalle

Niederrhein. Am 11. Juli kehren die Duisburger Philharmoniker in den Konzertsaal zurück - wenn auch zunächst nicht für einen Auftritt, sondern um die Akustik zu testen. Die Sanierungsarbeiten der Mercatorhalle liegen bislang voll im Zeitplan. Von Hildegard Chudobba

Die Mercatorhalle wurde jetzt erneut kräftig eingeräuchert, um zu schauen, ob die neuen Entrauchungsanlagen einwandfrei funktionieren, was bislang der Fall war. Weithin waren die Rauchwolken zu sehen, die minutenlang aus dem Gebäude quollen. Der Rauch war schneeweiß. Von Papstwahlen wissen wir, dass dies mit einer guten Nachricht verbunden ist.

Der "Baubegleitende Projektausschuss City-Palais", der nach der Entdeckung zahlreicher gravierender Mängel vor fünf Jahren reaktiviert worden war, wird bei seiner Sitzung am heutigen Donnerstag eine Menge positiver Nachrichten zur Kenntnis nehmen können. Das beginnt mit der Einhaltung des Zeitplans und endet mit dem Hinweis, dass am 11. Juli die Philharmoniker testen werden, ob die Akustik in dem umgebauten Großen Saal (mindestens) so gut ist wie im alten.

Inzwischen belaufen sich die Kosten für die Sanierung auf fast elf Millionen Euro, gerechnet wird am Ende mit 16 Millionen Euro - der Betrag für entgangene Vermietung beziehungsweise Nutzung nicht eingerechnet. Unterm Strich dürfte die Sanierung so teuer werden wie seinerzeit der Innenausbau mit 40 Millionen Euro. Vorerst muss die Stadt Duisburg dafür geradestehen.

Doch sie kann sich berechtigte Hoffnungen machen, dass sie bei den noch anstehenden Gerichtsverfahren gegen die bauausführenden Firmen zumindest einen Teil erstattet bekommt. Auch ist noch immer nicht geklärt, wann und inwieweit der von der Stadt beauftragte Mitarbeiter zur Verantwortung gezogen werden kann, der für die Mercatorhallen-Baustellen verantwortlich zeichnete und dem vorgeworfen wird, seinerzeit mit den bauausführenden Firmen gemeinsame Sache gemacht zu haben. Ohne dessen Dazutun wäre der Pfusch am Bau in diesem Ausmaß nicht möglich gewesen, hatte es nach der Schließung geheißen.

Bekanntlich hatten die Duisburger an der neuen Mercatorhalle, eröffnet im April 2007, nur vier Jahre Spaß. Als eine seiner ersten Amtshandlungen tat Oberbürgermeister Sören Link vor vier Jahren das einzig Richtige, als das Ausmaß der Baumängel bekannt wurde: Er ließ 2011 von jetzt auf gleich die Halle sperren, weil deren Brandschutz mangelhaft war. Nach und nach entdeckten die Prüfer dann immer mehr Schlampigkeiten, Versäumnisse und eklatante Baumängel, die eine schnelle Wiedereröffnung unmöglich machten. So stellte sich beispielsweise heraus, dass der komplette Rang "absturzgefährdet" war und eine völlig neue Unterkonstruktion eingebaut werden musste. Dass die Stufen zu den oberen Plätzen ungleichmäßig hoch und darum Stolperfallen waren, das war da schon eher eine Kleinigkeit.

Inzwischen sind die Wandverkleidungen des Großen Saals so gut wie neu, die im oberen Rang sind bereits vollständig überarbeitet. Alle Arbeiten an der abgehängten Decke sind abgeschlossen. Dazu zählt vor allem die Herstellung zusätzlicher Öffnungen, um im Brandfall einen ordnungsgemäßen Rauchabzug zu gewährleisten.

In einer Stellungnahme für die Mitglieder des Ausschusses wird erläutert, dass in beiden Foyers die Arbeiten für den Brandschutz weitgehend beendet sind. "Die Entrauchungsanlage mit zwölf Entrauchungsventilatoren und den Nachströmöffnungen, bestehend aus Lamellenfenstern an der West- und Südfassade, sind eingebaut", heißt es darin und auch, dass die Anlage bereits (erfolgreich) getestet wurde. Zurzeit werden noch sicherheitsrelevante Einbauten geprüft. Fertiggestellt werden bis Ende Juli auch die Technikräume für den großen Saal, das Foyer und der Backstage-Bereich, sagt das zuständige Immobilien Management Duisburg (IMD) zu. Nachdem die neue Unterkonstruktion für den Rang eingebaut wurde, wird dort derzeit neues Parkett verlegt. Zur Akustikprobe der Philharmoniker im Juli sollen auch diese Arbeiten beendet sein.

Fertiggestellt wurde bereits auch die neue Bühnentechnik - eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die neue alte Mercatorhalle am 7. September wie angekündigt von den Philharmonikern wiedereröffnet werden kann.

Quelle: RP
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