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Wesel
Jürgen Paatz: Kunst, die mit Assoziationen spielt

Wesel. Die Welt des Jürgen Paatz entsteht unter der Hand. Zum einen, weil er selbst nicht im Geringsten ahnt, was dabei herauskommt, wenn er zu malen beginnt. Zum anderen, weil er die Hand als sein wichtigstes Utensil bezeichnet, wichtiger als Pinsel und Farbe, wichtiger als das Auge, das erkennt, aber nichts erschafft. Man kann sich den 72-jährigen Klever Maler und Bildhauer gut vorstellen, wie er in seinem Atelier zu Werke geht, wie er eine Leinwand bemalt und sich dann wie in Trance mit Werkzeugen daran zu schaffen macht. Paatz schabt, kratzt, drückt und tupft, meditativ, ganz in seinem Rhythmus, bis er weiß: Jetzt ist es fertig. Es gibt nichts hinzuzufügen. Eine Auswahl seiner Arbeiten ist ab Sonntag im Städtischen Museum im Centrum zu sehen.

Gestern gab der Künstler mit Jörg Happel, Geschäftsführer und Kurator des Niederrheinischen Kunstvereins, der Hängung seiner Ausstellung den letzten Schliff. Rund 20 Arbeiten werden gezeigt, bis auf eine Ausnahme stammen alle aus den letzten Jahren. Die Ausnahme ist ein Werk aus den frühen 90ern, ein Bild in Rot-Violett, dem der Künstler eine samtige Struktur verliehen hat. Später ging er drastischer vor, das zeigen neuere Arbeiten. Es ist eine Werkschau, die es einem nicht leicht macht, aber Lust vermittelt aufs Deuten und Entschlüsseln. Paatz spielt gern mit den Assoziationen der Besucher.

"Jürgen Paatz - unter der Hand" ist bis 14. Mai im Städtischen Museum, Am Kornmarkt, zu sehen. Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags 10.30 bis 18.30 Uhr, samstags 10 bis 13 Uhr und sonntags 11 bis 17 Uhr. Die Eröffnung ist Sonntag, 3. April, 11.30 Uhr, mit Bürgermeisterin Ulrike Westkamp. Es gibt ein Gespräch mit Jürgen Paatz, Jörg Happel und Publikum. Am 28. April, 19 Uhr, dreht sich ein Abend um das Thema "Hinschauen".

(kui)
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