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Niederrhein
Julius Kühn bereit für die Handball-EM

Niederrhein: Julius Kühn bereit für die Handball-EM
Wurfgewaltig: Der 1,98 Meter große Rechtshänder Julius Kühn bestritt im September 2014 seine ersten Spiele im Nationaltrikot. Jetzt hofft der 22-Jährige, der beim TV Aldekerk das Handball-Einmaleins gelernt hat, auf einen Einsatz bei der Europameisterschaft. FOTO: Archiv
Niederrhein. Bundestrainer Dagur Sigurdsson hat den 22-jährigen Kerkener in den vorläufigen Kader für die Europameisterschaft berufen. Der Rückraumspieler des Bundesligisten VfL Gummersbach startete seine Karriere beim TV Aldekerk. Von Carsten Bleckmann

Die Kurznachricht von Oliver Roggisch traf Julius Kühn wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Der Teammanager der deutschen Handball-Nationalmannschaft teilte dem gebürtigen Kerkener mit, dass er sich schon einmal auf die Europameisterschaft einstellen soll, die am Wochenende in Polen beginnt. Der 22-jährige Rückraumspieler, der beim TV Aldekerk das Einmaleins des Handballs gelernt hat, gehört zum 18 Mann starken Kader, der sich seit gestern in Berlin auf die Titelkämpfe vorbereitet.

"Ich war sehr überrascht, als sich Oliver Roggisch bei mir gemeldet hat. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet", sagt der Youngster. Hintergrund der Nominierung: Die halblinke Position im deutschen Team ist vakant, da die Spezialisten Christian Dissinger, Steffen Fäth und Niclas Pieczkowski allesamt verletzt sind und noch nicht klar ist, ob sie rechtzeitig fit werden. Auf der Suche nach Entlastung für den linken Rückraum erinnerte sich Nationaltrainer Dagur Sigurdsson an Julius Kühn. Das kommt nicht von ungefähr. Denn der Isländer hat den Niederrheiner in den Reihen des Bundesligisten VfL Gummersbach seit dessen ersten Länderspiel-Einsätzen im September 2014 gegen die Schweiz auf dem Zettel. Seitdem hat sich der 1,98 Meter große Rückraumspieler positiv entwickelt und zeigt im Handball-Oberhaus konstant gute Leistungen. In der aktuellen Bundesliga-Torschützenliste steht er auf Platz 19.

Der 22-Jährige brennt jetzt auf einen Einsatz bei der Europameisterschaft. Gleichzeitig schätzt Julius Kühn seine Chancen realistisch ein, da noch zwei Spieler aus dem vorläufigen Kader gestrichen werden. "Ich werde alles dafür tun, um den Bundestrainer zu überzeugen. Aber ich weiß natürlich auch, dass ich als Nachrücker nicht die besten Karten habe", erklärt Kühn. In jedem Fall ist bereits die Nachnominierung der nächste Schritt in seiner erfolgreichen Handball-Karriere. Nach den Anfängen beim TV Aldekerk - im Trikot der Grün-Weißen besiegte er seinerzeit die Gegner mehrfach nahezu im Alleingang - schloss sich Julius Kühn als B-Jugendlicher der HSG Düsseldorf an. Dort gewann er mit der A-Junioren-Auswahl die Deutsche Meisterschaft und avancierte zum Jugendnationalspieler. Nach einer Zwischenstation beim Traditionsclub TuSEM Essen wechselte der Kerkener nach Gummersbach, wo der Student mittlerweile mit Freundin Julia auch wohnt. Kühn gehört zum Elitekader des Deutschen Handball-Bundes (DHB) und zählt damit zu den hoffnungsvollsten Talenten der Republik.

Bis zur Abreise der Nationalmannschaft nach Polen stehen noch vier Trainingseinheiten auf dem Programm, ehe Sigurdsson den endgültigen Kader benennt. Die deutsche Mannschaft bestreitet am Samstag ab 18.30 Uhr in Breslau ihr Auftaktspiel gegen Spanien (um 18.15 Uhr beginnt die Live-Übertragung im ZDF). Dann ist Julius Kühn in jedem Fall mit ganzem Herzen bei der Sache. Der junge Mann aus der Talentschmiede des TV Aldekerk muss nur noch abwarten, ob in der Halle oder auf dem heimischen Sofa.

Quelle: RP
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