| 11.23 Uhr

Wesel
Kind mit Zigarette im Gesicht verletzt

Wesel. Gericht verurteilt Weseler (26) zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung. Von Felix Paus

Ein 26-jähriger Mann aus Wesel musste sich gestern vor Gericht verantworten, weil er seinen kleinen Stiefsohn, inzwischen drei Jahre alt, vorsätzlich zwei Mal mit einer glühenden Zigarette im Gesicht verletzt und ihm Brandwunden zugefügt hatte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, die zur Bewährung ausgesetzt wird.

Der zweifache, arbeitslose Vater hatte sich ein Lügengerüst aufgebaut. Seine Aussagen wurden jedoch in der Verhandlung entkräftet. Er sprach in beiden Fällen von einem "unglücklichen Zufall". Der Junge sei gerade in dem Moment zu ihm auf den Balkon gelaufen, als eine Windböe die heiße Asche von seiner Zigarette in seine Richtung geweht habe. Die Glut verursachte im Gesicht des Kindes, das inzwischen bei einer Pflegefamilie lebt, eine Brandblase, die dessen Mutter zunächst mit Salbe behandelte.

Es folgte ein Besuch beim Kinderarzt, der auch bei einem zweiten Vorfall ohne Zweifel von einer Verbrennung ausgeht, die von einer Zigarette stammen musste. Das Gericht hielt die Aussage des Angeklagten für unglaubwürdig, da glühende Asche, die mindestens zwei Meter geflogen ist, abgekühlt sein muss und so keine derartig schwere Brandverletzung mehr verursachen könne. Der Bruder des Angeklagten sagte aus, dass die Geschichte auf dem Balkon nicht mit dem zusammenpasse, was sein Bruder ihm erzählt hatte. "Er sagte mir, dass er beim PC-Spielen geraucht und den Jungen mit der Zigarette getroffen hatte", sagte der 30-Jährige.

Der 26-Jährige bestritt auch, dass die zweite Brandwunde von einer heißen Zigarette stammte. Er habe nur ein Netz unterm Kinderwagen entfernen wollen. "Ein Knopf hat geklemmt. Dann habe ich das Netz an dieser Stelle abgeflämmt und es auf den Balkon geworfen", so der Angeklagte. Dort sei das Kind von der heißen Öse des Netzes im Gesicht getroffen worden.

Das Gericht war der Überzeugung, dass eine heiße Öse keine Verbrennung verursachen kann, die der Kinderarzt auf eine Zigarette zurückführt.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wesel: Kind mit Zigarette im Gesicht verletzt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.