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Himmel &erde
Konfirmation - Festmachen bei Gott

Wesel. Was bleibt nach einem oder zwei Jahren Unterricht im Gedächtnis? Die Konfirmation macht mich fest bei Gott, unabhängig davon, wie mein Lebensweg verläuft.

Neben den Feiern der Gottesdienste anlässlich der Erstkommunion in den katholischen Gemeinden werden in den kommenden Wochen auch die Konfirmationen in den evangelischen Kirchengemeinden gefeiert. Wochenlange Vorbereitungen gelangen endlich an ein Ziel. Geklärt sind die Fragen, ob man lieber zu Hause bleibt und das Essen von einem Caterer kommen lässt, oder ob man nicht besser mit der ganzen Familie in ein Restaurant geht. Endlose Diskussionen über die Kleidungsfragen sind dann doch irgendwann einmal entschieden worden. Anzug oder schwarze Jeans mit Hemd ohne Krawatte für die Jungs, Kleid oder Rock, kurz oder lang für die Mädchen, manche Eltern von Konfirmandinnen und Konfirmanden könnten Romane schreiben über die Besuche in diversen Bekleidungsgeschäften. Neben diesen mitunter schwierigen oder lästigen Nebensächlichkeiten gehört aber doch auf jeden Fall die Frage für Konfirmanden und ihre Eltern dazu, was Konfirmation eigentlich bedeutet. Was bleibt nach einem oder zwei Jahren Unterricht im Gemeindehaus im Gedächtnis?

Ältere erinnern sich auch nach Jahrzehnten noch an knorrige Pfarrer, die in jeder Konfirmandenstunde Liedstrophen und Bibelverse zum Auswendiglernen als Hausaufgabe aufgaben. So kritisch sie das als Jugendliche gesehen haben, so dankbar sind viele von ihnen heute über einen Schatz an Liedern und biblischen Texten, die ihnen in schwierigen Lebenssituation Kraft geschenkt haben. Konfirmandenunterricht heute ist natürlich anders als vor fünfzig Jahren. Es wird häufig projektbezogen gelernt und gearbeitet. Das Auswendiglernen nimmt nicht mehr den Raum ein, den es noch vor ein oder zwei Generationen. Die Kirche in ihrer Vielfalt zu erfahren und zu verstehen, durch klassischen Unterricht, Besuche oder Praktika, steht heute im Vordergrund des Unterrichts.

Auch heute sollen Konfirmanden erfahren und begreifen, was es bedeutet, Christ zu sein und als Christ in dieser Welt zu leben. Welche Aufgabe habe ich heute? Wozu braucht mich Gott, was ist mein Auftrag? Schwierige Fragen für Jugendliche, die gerade einmal 13 oder 14 Jahre alt sind. Das lateinische "confirmatio" bedeutet nichts anderes als "Befestigung" oder "Bekräftigung". Wer konfirmiert wird, bekräftigt die Taufentscheidung, die Eltern und Paten viele Jahre zuvor stellvertretend für einen selber getroffen haben. Die Konfirmation macht mich fest bei Gott, unabhängig davon, wie mein Lebensweg verläuft. Viele Konfirmanden brauchen nach der Zeit des Unterrichts erst einmal eine Pause von der Kirche. Nicht wenige von ihnen aber kehren zurück. Als Mitarbeitende in der Jugendarbeit, später vielleicht als Presbyter. Sie haben ihr persönliches "Festmachen bei Gott" erfahren.

VON THOMAS BRÖDENFELD

Quelle: RP
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