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Schermbeck
Politik wurde ihm in die Wiege gelegt

Schermbeck. Heute wird es eng in der Scheune am Rauendahlsweg 5 im Schermbecker Ortsteil Dämmerwald. Dort feiert Schermbecks ehemaliger Bürgermeister Wilhelm Cappell seinen 75. Geburtstag. Von Helmut Scheffler

Der gebürtige Dämmerwalder Wilhelm Cappell, der ab 1957 den Beruf eines Landwirts erlernte, danach ausübte und Mitbegründer des agrarpolitischen Arbeitskreises im ehemaligen Kreis Rees wurde, gehörte 1968 zu den Initiatoren bei der Gründung des Dämmerwalder Schützenvereins und 1969 zu den Mitbegründern des SPD-Ortsverbandes Dämmerwald. Das politische Engagement hatte er vom Urgroßvater und vom Großvater geerbt, die beide Dämmerwalder Ortsvorsteher waren. 1969 wurde Wilhelm Cappell Mitglied des Rates der ehemals selbstständigen Gemeinde Dämmerwald, die zum damaligen Amt Schermbeck gehörte.

Im Rahmen der Kommunalen Neuordnung entstand zum 1. Januar 1975 die heutige Großgemeinde Schermbeck, deren erstem Gemeinderat Wilhelm Cappell für die SPD angehörte. 1984 wurde er stellvertretender Bürgermeister. Am 2. November 1994 wurde der Dämmerwalder zum Bürgermeister gewählt. Cappell wurde am 30. Mai 1995 erster hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Schermbeck. In diesem Amt wurde er am 7. Oktober 1999 zum zweiten Male vereidigt.

Die Herzen vieler Schermbecker erobert zu haben war ein Erfolg, der ihm neidlos auch aus den Reihen der Christdemokraten gegönnt wurde. Auf die Leistung, die Bürgerschaft enger zusammengeführt zu haben, kann Wilhelm Cappell besonders stolz sein. Seine guten Beziehungen zu Entscheidungsträgern erleichterten seine Amtsführung ebenso wie die Beliebtheit im Amt und die Fähigkeit, zwischen unterschiedlichen Interessengruppen erfolgreich vermitteln zu können.

Die Früchte seines Bemühens um das Zusammenwachsen der einzelnen Ortsteile konnte er 1999 ernten, als er im Rahmen einer mehrtägigen Feier des 1200-jährigen Bestehens Schermbecks das fröhliche Miteinander von mehr als 100 Gruppen aus allen Ortsteilen miterlebte.

Als besonderen persönlichen Erfolg wertete Wilhelm Cappell die Förderung des ehrenamtlichen Engagements der Bürgerschaft in Zeiten einer knapper werdenden kommunalen Kasse. Unter seiner Leitung fand der erste Ehrenamtstag statt. Wilhelm Cappell war Mitbegründer der Kulturstiftung. Am 13. Oktober 2004 wurde Wilhelm Cappell offiziell verabschiedet. Am 10. Mai 2005 wurde ihm der gemeindliche Ehrenring überreicht.

Gesundheitlich stark angeknackst, trat Cappell den Ruhestand an. Er erholte sich und wurde ein begeisterter Radfahrer. Das Fahrrad unterstützt ihn nicht nur beim Auskurieren einer soeben durchgestandenen körperlichen Beeinträchtigung, sondern auch bei seinem Hobby, der Freude an der Heimatkunde. Es gibt nur wenige Ecken in Dämmerwald und seiner weiteren Umgebung, die Cappell noch nicht erforscht hat. Dabei hat er festgestellt, dass die Schermbecker Straßen einen schlechteren Zustand aufweisen als die im benachbarten Kreis Borken.

Das Interesse an der Politik ist geblieben und sein Rat ist noch immer gefragt, aber mit der Beurteilung von Entscheidungsprozessen innerhalb der Gemeinde Schermbeck hält er sich öffentlich zurück. "Ich hatte meine Bühne, alles hat seine Zeit", begründet er diese Zurückhaltung. Abgegeben hat er auch seinen langjährigen Vorsitz in der Schermbecker Awo.

Die Pflege sozialer Kontakte ist Wilhelm Cappell wichtiger denn je geworden. Dazu gehören auch der regelmäßige Besuch des Skatclubs und des Kegelclubs "Die Wohldsen", das Zusammensein mit Ehefrau Ilse, mit den drei Kindern und den beiden Enkelkindern. Dem Heimatverein Weselerwald, dem Cappell seit der Gründung im Jahre 1998 angehört, ist er bis heute treu geblieben.

Quelle: RP
 
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