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Schermbeck/Berlin
Schermbecker feiert sein Kino-Debüt

Schermbeck/Berlin: Schermbecker feiert sein Kino-Debüt
Filmszene: Paul (Jonas Nay) fliegt von der Bühne. FOTO: Martin Rottenkolber
Schermbeck/Berlin. Drehbuchautor und Regisseur Rolf Roring, in Schermbeck aufgewachsen und mittlerweile Wahl-Berliner, feiert heute mit seinem Film "Dear Courtney" Kino-Premiere. Darin zu sehen unter anderem: das Fernseh-Duo Joko und Klaas. Von Isabell Hülser

Ein Junge aus der westfälischen Provinz schreibt Anfang der 90er-Jahre einen Song, um das Herz seiner Angebeteten zu gewinnen. Wenig später gleicht "Smells like Teens Spirit" von Nirvana dem Titel dermaßen, dass der Schüler sich beklaut fühlt und der Band auf ihrer Tournee folgt – davon handelt der Film "Dear Courtney" des Schermbecker Drehbuchautors und Regisseurs. Der Streifen feiert heute Kino-Premiere. Darin zu sehen sind auch Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt, bekannt unter anderem durch das Erfolgsformat "Circus HalliGalli", für das das Duo jüngst den Grimme-Preis bekommen hat.

"Dear Courtney ist eine Anspielung auf die große Rock'n'Roll-Liebe zwischen Kurt Cobain und Courtney Love", erklärt Roring den Titel des Films. Ein weiteres Thema: der Kontrast zwischen der bodenständigen Provinz und der Faszination des Rock'n'Roll. Diese thematische Ausrichtung ist kein Zufall. Schließlich kennt Rolf Roring – mittlerweile Wahl-Berliner – das beschauliche Leben abseits der Großstädte nur zu gut. Aufgewachsen ist der 37-jährige im beschaulichen Schermbeck. "Es war ein guter Ort zum Aufwachsen", so Roring, der nach der Grundschule in Schermbeck das St.-Ursula-Gymnasium in Dorsten besuchte.

Ein besonderer Hang zum Filmemachen war damals noch nicht zu erkennen. "Musik habe ich aber schon frühzeitig gemacht. Ich war Schlagzeuger in verschiedenen, gänzlich erfolglosen Schülerbands", sagt Roring. Das, so der Schermbecker, hätte vielleicht eine Rolle gespielt für das Thema seines Kino-Debütfilms, sagt er rückblickend.

Doch bis dahin war es noch ein weiter Weg. Nach dem Zivildienst in Dorsten wollte er in eine Großstadt. In Berlin fing er an, Literatur- und Filmwissenschaft zu studieren. Nebenbei nahm er unterschiedlichste Jobs in der Film- und Fernsehbranche an – vom Kabelträger bis zum Regie-Assistenten. "Das praktische Arbeiten ist dann schnell zum Schwerpunkt geworden", sagt Roring. Das Resultat: Das eher theoretische Studium brach er ab, fing an, selbst kleine Filme zu machen, um sich bei der Filmschule zu bewerben – und wurde genommen.

In Dortmund studierte er Film- und Fernsehproduktion/Regie. Zudem arbeitete er bei MTV, wo er auch Joko und Klaas kennenlernte. "Ich habe sie damals gefragt, ob sie in meinem Film mitspielen wollen", sagt er. Dass sie bis zur Kino-Premiere so bekannt sind, ist ein Zufall, der dem Film sicherlich nicht schadet. Der wurde 2011 hauptsächlich in Köln gedreht, Anfang 2013 war der Film erstmals beim Festival "Max Ophüls Preis" zu sehen – sogar auf einem Festival in Brasilien wurde er gezeigt. Jetzt folgt die Kino-Tour. Sonntag wird der Film erstmals in Berlin gezeigt. Vielleicht sind auch Yoko und Klaas dabei. "Am 12. April läuft der Film in Köln, dann bin ich wieder in der Gegend und schaue auch in Schermbeck bei meinen Eltern vorbei", so Roring.

Infos zu den Spielorten des Films:

www.dearcourtney.de

Quelle: RP
 
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