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Schermbeck
Spatenstich: Feldbahnfreunde kommen ihrem Traum näher

Schermbeck: Spatenstich: Feldbahnfreunde kommen ihrem Traum näher
So wie hier 2006 auf den Gleisen der alten Dachziegelwerke Idunahall sollen schon bald Besucher im Gahlener Aap Gelegenheit haben, mit der Feldbahn durch die Landschaft zu fahren. FOTO: RP-Archivfoto Scheffler
Schermbeck. Ein Jahrzehnt nach den ersten Bemühungen, im Schermbecker Gemeindegebiet wieder eine Feldbahn fahren zu lassen, rückt der Start auf der geplanten Strecke im Gahlener Aap näher. Jetzt fand der erste Spatenstich auf dem Rand eines Feldes der Familie Haferkamp statt.

Die Vereinsmitglieder Klaus Jahn und Ralf Rukat kamen ebenso zu dem kleinen Festakt wie Conan Hüske, Michael Gorris, Herbert Loges, Michael Nienhaus und Martin Jahn. Danach wurde sofort mit dem Freischieben der Trasse in Richtung Sportplatz des TuS Gahlen begonnen. Die ersten 150 Meter sind fertiggestellt, es sind aber weitere 200 Meter bis zum Sportplatz herzurichten; das soll in den nächsten Tagen erledigt werden. Ein Teil des Erdreichs wurde wie früher, als die ehemalige Ziegelei Idunahall Ton aus dem Gahlener Heisterkamp zum Werk an der Maassenstraße transportierte, auf eine Feldbahn verladen, abtransportiert und verkippt.

Die Gleise sind ein Geschenk, das die Feldbahnfreunde von der Firma Hülskens erhielten. Vorsitzender Michael Nienhaus hatte sie letztes Jahr in der Nähe des Hafens zufällig auf dem Gelände der Firma Hülskens entdeckt. Nienhaus nahm mit der Firma Kontakt auf und freute sich wenig später riesig, als ihm der Geschäftsführer Michael Wilms die Übergabe der Gleise zusagte. Im März 2016 fand der "Umzug" der Gleise statt. Kostenlose Unterstützung erhielten die Feldbahnfreunde von Kai Winkler aus Ennepetal. Nienhaus kennt den Eisenbahnspezialtransporter seit vielen Jahren, weil dieser selbst ein Freund von Feldbahnen ist und sogar einige Lokomotiven besitzt, die er selbst restauriert.

360 Meter Feldbahngleise wurden in Wesel auf einen Spezial-Sattelzug-Auflieger für Schwer- und Langtransporte verladen. Über Friedrichsfeld, Bucholtwelmen, Hünxe und Gartrop ging die Fahrt zum Gahlener Aap, wo die Gleise nahe dem Parkplatz des TuS Gahlen abgeladen wurden. Dort ruhten die Gleise, weil die Baugenehmigung noch fehlte. Die wurde im April erteilt. Die Baugenehmigung berechtigt zum "Aufbau einer Besucherfeldbahn". Die Genehmigung ging einher mit verschiedenen Bedingungen und Auflagen, die insbesondere die im landschaftspflegerischen Begleitplan geforderte Kompensation des Eingriffs in Natur und Landschaft (Ersatzbepflanzung) betrafen.

Die jetzt verlegten Gleise erlauben es, dass noch in diesem Jahr der erste Teil der geplanten Strecke befahren werden kann - auf dem Weg vom TuS-Sportplatz an der Jugendfreizeitstätte vorbei zum Hof Haferkamp. Um danach den nördlichen Bogen der Trasse bauen zu können, werden weitere 400 Meter Gleise benötigt. Die Umsetzung des zweiten Bauabschnittes plant der Verein für Frühjahr 2017. Nach dem Bau der beiden Streckenabschnitte möchte der Verein auch mit der Ausstellung von Dokumenten zur Geschichte der Dachziegelwerke und ihrer Feldbahn beginnen. Im Laufe der Zeit könnte daraus, so Nienhaus, eine Art Museum entstehen, in dem auch über die Bedeutung der Feldbahnen informiert werden könnte. Für alle Arbeiten des Vereins, zu dem derzeit 25 Mitglieder gehören, sind Helfer willkommen.

"Wir würden dann Zugfahrten mit unseren vier Feldbahnloks aus den Jahren 1939 bis 1967 anbieten", berichtet Michael Nienhaus. Zum Einsatz kämen dann auch die selbst gebauten Personenwagen. Geplant sind Fahrten an den Wochenenden, bei Nachfrage von Gruppen aber auch zu anderen Terminen.

(hs)
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