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Schermbeck
Borgmann trumpft im Großen Preis auf

Schermbeck: Borgmann trumpft im Großen Preis auf
Vanessa Borgmann ging beim Großen Preis von Gahlen im Stechparcours nicht das letzte Risiko. FOTO: Emde
Schermbeck. Die Reiterin des RV Brünen belegt beim Höhepunkt von Gahlen 2016 nach zwei tadellosen Runden im Parcours den vierten Rang. Die Luxemburgerin Charlotte Bettendorf gewinnt das Drei-Sterne-Springen der Klasse S mit Stechen. Von Joachim Schwenk

Es war der Abend der Amazonen beim Großen Preis von Gahlen. Die Luxemburgerin Charlotte Bettendorf gewann beim Turnier Gahlen 2016 am Sonntagabend das mit 10.000 Euro dotierte Drei-Sterne-Springen der Klasse S mit Stechen, das zuvor erst eine Frau für sich entschieden hatte: Katharina Offel im Jahr 2002. Und in Vanessa Borgmann trumpfte eine Außenseiterin vor gut 2500 Zuschauern in der Halle Nierleistraße groß auf. Die Reiterin des RV Jagdfalke Brünen erreichte mit Caspar nach zwei tadellosen Runden im Parcours mit Hindernissen von einer Höhe bis 1,55 Metern den vierten Platz, nachdem sie 2013 im Großen Preis Rang fünf belegt hatte. "Ich bin sehr zufrieden. Besser hätte es nicht laufen können", sagte die 23 Jahre alte Weselerin.

Wunschlos glücklich war die Siegerin. "Dies ist ein besonderer Erfolg für mich. Denn es war immer mein größter Wunsch, den Großen Preis von Gahlen zu gewinnen, weil es ein extrem schönes Turnier mit vielen Zuschauern ist", sagte Charlotte Bettendorf, die zum vierten Mal bei der Veranstaltung des RV Lippe-Bruch Gahlen dabei war. Die 26 Jahre alte Luxemburgerin, die ihre Pferde auf einem Hof in Meckenheim bei Bonn trainiert, setzte sich im Stechen, das acht Reiter nach einer Nullrunde im Normalparcours erreichten, mit Queltis ohne Fehler in 36,75 Sekunden durch.

Charlotte Bettendorf hatte sich mit dem zwölf Jahre alten französischen Hengst im vergangenen Jahr für die Europameisterschaft in Aachen qualifiziert. Sie musste aber kurzfristig auf den Start verzichten, weil Queltis eine Hufverletzung erlitten hatte. "Ich wusste, dass ich ein schnelles Pferd habe. Ich hatte allerdings nicht gedacht, dass es so schnell sein kann", kommentierte Bettendorf ihren Erfolg beim Höhepunkt des erneut perfekt organisierten Gahlener Turniers. Sie siegte vor Christoph Hassenbürger (Volmarstein) mit Sam (0/38,12), Volker Höltgen (Monheim) mit Abrisco (0/38,30) und Vanessa Borgmann mit Caspar (0/39,90).

Vanessa Borgmann war im Stechen nach Absprache mit ihrem Trainer Holger Hetzel nicht volles Risiko gegangen, nachdem sie nach ihrem eindrucksvollen Ritt im Normalumlauf schon zu den Anwärtern auf den Sieg gezählt worden war. "Wir wollten es zu Beginn des Jahres noch nicht übertreiben. Der Plan war, eine ordentliche Runde hinzulegen. Denn man darf nicht vergessen, dass es für mein Pferd Caspar erst das zweite Drei-Sterne-Springen S war", sagt Borgmann.

Die 23-Jährige wird in einigen Tagen ihre Abschlussprüfung zur Groß- und Einzelhandelskauffrau ablegen. Anschließend will sie sich ein Jahr ganz auf den Reitsport konzentrieren. Sie wird ihre Pferde ab dem 1. Februar bei Landestrainer Holger Hetzel in Goch trainieren. Borgmann freut sich darauf, wesentlich mehr Zeit für ihr bisheriges Hobby zu haben, das sie jetzt für wenigstens zwölf Monate zum Beruf machen wird. "Bislang konnte ich erst nach der Arbeit ab 17.15 Uhr trainieren. Das war alles schon sehr stressig."

Ob sie eventuell länger als nur ein Jahr ganz auf die Karte Springreiten setzen wird, lässt sie noch offen. "Ich lasse erst einmal alles auf mich zukommen", sagt die Weselerin, die sich im Oktober mit Platz 13 beim Großen Preis von Riesenbeck mit Caspar die ersten Punkte für die Weltrangliste geholt hatte. Mit Come to win hat Vanessa Borgmann, die seit gestern in Warendorf einen dreitägigen Lehrgang bei Bundestrainer Heinrich Engemann absolviert, ein weiteres Pferd für die besonders schweren Springen wie den Großen Preis von Gahlen im Stall.

Zwei weitere Reiter des RV Brünen waren am Sonntagabend im Springen um den Großen Preis dabei. Frank Brücker kam mit API Largo und 8,75 Fehlerpunkten auf den 29. Platz im 38 Teilnehmer zählenden Feld. "Eigentlich bin ich mit meinem Abschneiden zufrieden. Leider habe ich zwei blöde Fehler gemacht. Das ärgert mich, weil das Stechen drin war. Denn mein Pferd war gut drauf", sagte Brücker.

Clubkollegin Miriam Zell unterliefen bei ihrem ersten Start im Großen Preis mit Sissy vier Abwürfe im Parcours mit 15 Sprüngen. Sie konnte mit diesem Ergebnis aber gut leben. Zumal es für sie in erster Linie darum ging, Erfahrung auf diesem hohen Niveau zu sammeln. "So viele Fehler hätten nicht sein müssen. Aber ich bin gut durch den Parcours gekommen. Das ist das Wichtigste", sagte Miriam Zell.

Quelle: RP
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