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Schermbeck
Stimmen und Posaunen für ein Halleluja

Schermbeck. Dorstener Gospelgruppe trat zum ersten Mal in der Schermbecker Georgskirche auf.

"So macht ein Gottesdienst richtig Spaß. Man sieht ja, wie voll die Kirche ist!" Selma Josten war mit ihrer Tochter extra von Dorsten in die proppenvolle Schermbecker Georgskirche gekommen, weil sie dort am Sonntagabend im Gottesdienst "Um 6 bei Schorsch" den Auftritt der Gospelgruppe "Swinging church Dorsten" miterleben wollte.

Die von Hans-Jürgen Gromann geleitete Musikgruppe, die im kommenden Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiern kann, trat erstmals in der Georgskirche auf, wo sie - unterstützt durch mehrere vereinszugehörige Instrumentalisten - begeisterte Zuhörer vorfand, die sich am Schluss des mehr als einstündigen Gottesdienstes mit kräftigem Applaus und - auf der Orgelempore - mit Begeisterungspfiffen bei den Sängern für die lebendige Gestaltung der kirchlichen Soiree bedankten.

Während die Sänger durch den Mittelgang zum Altar schritten, wurden sie von dem Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Gahlen musikalisch begleitet. Aus der Vielzahl kirchlicher Lieder und Gospelgesänge hatten Bläser und Sänger jene ausgewählt, die um das "Halleluja" kreisten. Das "Halleluja" als Preisgesang, das man im evangelisch-lutherischen Gottesdienst als Antwort der Gemeinde auf die Epistellesung im Vorfeld des Evangeliums kennt, wurde am Sonntag in vielfältiger Weise präsentiert. Der Gospelchor und der Posaunenchor begannen mit dem "African Alleluja", bevor die Gemeinde das "God ist God" anstimmte, dem wenig später ein modernes "Halleluja" folgte.

Pfarrer Dieter Hofmann verwies auf einige Psalmen, in denen das "Halleluja" verwendet wird. 23-mal taucht der Ausruf in Psalmen des Alten Testamentes auf. Ausführlich zitierte Hofmann aus dem Psalm 149, einem Kampflied des Gottesvolkes: "Halleluja! Singt dem Herrn ein neues Lied."

Zum Gottesdienst "Um 6 bei Schorsch" passt keine typische Sonntagspredigt, um den Besuchern Gott nahezubringen. Seit Jahren werden andere Formen praktiziert. Diesmal trat Pfarrer Hofmann als der aus Filmen bekannte Privatdetektiv Philip Marlowe in Trenchcoat und Melone vor die Zuhörer. Als Prototyp des knallharten Einzelgängers übernahm er in seinem Büro an der Mittelstraße von einer Frau den Auftrag, Gott zu suchen. Den fand er nach einer Odyssee durch Schermbeck zwar nicht, aber im Ramirez entdeckte er im Zuge eines geplatzten Treffens mit der Auftraggeberin ein Kruzifix in seiner Manteltasche und einen Brief mit dem Hinweis, dass Gott überall präsent sei.

"Gott ist der Grund unserer Freude", bestätigte die Gemeinde musikalisch. Während der Chor das "Oh when the saints go marching in" erklingen ließ, wurde die Kollekte eingesammelt. Nach dem Segen des Pfarrers und einem abschließenden Halleluja-Medley des Chores erbettelte sich das Publikum eine Zugabe, das "Swing low sweet chariot".

(hs)
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