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Wesel
Wie Achtsamkeit und Selbstfürsorge Brustkrebs-Erkrankten helfen

Wesel: Wie Achtsamkeit und Selbstfürsorge Brustkrebs-Erkrankten helfen
Amira Beganovic, Elke Altheide, Nadja Wasberg, Dr. Angelika Neuberg und Verena Stockhausen (v.l.). FOTO: Pottgiesser
Wesel. Beim elften Brustkrebs-Informationstag des Brustzentrums im Welcome Hotel haben sich gestern Betroffene und Angehörige über die Erkrankung informiert.

Wie geht man mit der Diagnose um? Auch wenn die medizinischen Möglichkeiten in den vergangenen Jahren immer besser geworden sind und die Lebensbedrohung deutlich gesenkt werden konnte - die Angst bleibt ein Begleiter im Leben betroffener Frauen. Folge sind oft innere Unruhen, Unausgeglichenheit, Stress. Um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen, ist aber vor allem eine ausgeglichene Lebensführung wichtig: "Wege der Prävention, der Genesung, der Achtsamkeit und der Selbstfürsorge" lautete das Motto des Informationstags.

Zu diesem Thema hielt Dr. Josef Beuth aus Köln einen Vortrag. Er behandelte die Frage, welche Naturheilverfahren Patientinnen neben medizinischer Behandlung anwenden können. Dabei warnte er: "Es gibt so viel Humbug auf dem Markt - passen Sie auf sich auf", so Beuth. Viele Anbieter würden Ängste ausnutzen und teure Mittel verkaufen, die nichts bringen. Er empfiehlt den Betroffenen bei der Wahl von Komplementärmedizin: "Machen Sie ein differenziertes Blutbild. Wenn das gut ist, dann verlassen sie sich auf ihr eigenes System."

Notwendig sei Sport, Beuth empfiehlt drei bis vier Stunden in der Woche. Darunter auch kleine Kraftübungen: täglich zehn bis 15 Ausfallschritte auf jeder Seite zum Beispiel. Zudem sollen Frauen auf ausgewogene Ernährung, seelisches Gleichgewicht und seelische Geborgenheit in Netzwerken achten.

Die Lebensqualität zu steigern - dass das wichtig ist, weiß Tanja Hesse. Sie arbeitet seit fünf Jahren als Mind-Body-Medizintherapeutin im Gesundheitszentrum in Wesel. Die Frauen sollten sich damit auseinandersetzen, was ihnen gut tut und sich nicht von außen in die Angst treiben lassen. Für Betroffene bietet sie ein Programm an: Jeden Dienstag treffen sie sich vier Stunden, um "Dinge zu erleben - vom gemeinsamen Kochen bis zum Yoga", so Hesse. Es geht darum, sich kennenzulernen und zu begreifen, dass man wichtig ist.

(ls)
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