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Stadt Willich
1000 Bäume für 1000 Jahre
Stadt Willich: 1000 Bäume für 1000 Jahre
Sandra Rolshoven, Ursula Ostendorp, Johannes Thees, Hans-Peter Rolshoven haben alle Hände voll damit zu tun, die Bäume einzutopfen. FOTO: RPO
Stadt Willich. Für die 1000-Jahr-Feier Anrath hat sich Sandra Rolshoven etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Im nächsten Jahr will die Anratherin mit Hilfe der Willicher Bürger 1000 Bäume pflanzen. Von Natascha Becker

Um den Pflanztisch in der Anrather Kräutergärtnerei Thees stapeln sich die Säcke mit Erde. Eine riesige Palette mit Hunderten von schwarzen 30-Liter-Töpfen steht daneben und ein gewaltiges Bündel von Winterlinden-Stecklingen liegt quer über dem Pflanztisch. Dort sind Sandra Rolshoven und Ursula Ostendorp fleißig bei der Arbeit. Sie topfen die rund 1,60 Meter langen Lindenbäumchen in die Töpfe.

Linden und Eichen pflanzen

Von draußen ist ein gleichmäßiges Klock-Klock zu hören. Das Geräusch verursacht Hans-Peter Rolshoven mit Beilschlägen auf einen Holzklotz. Der Anrather ist mit dem Wurzelschnitt der Linden beschäftigt. Der ist nötig, bevor sie in die Töpfe kommen. Und zu topfen haben die beiden Frauen reichlich. Je 500 Winterlinden und Stieleichen wollen in die Töpfe gepackt werden.

"Ich habe mir lange überlegt, was man mit viel Nachhaltigkeit zur Feier im Jahr 2010 machen könnte", erinnert sich Sandra Rolshoven vom gleichnamigen Floristik-Unternehmen. Schließlich kam der 29-jährigen Anratherin die Idee, im Jubiläumsjahr 1000 Bäume für die nächsten 1000 Jahre zu pflanzen und das auch noch für einen guten Zweck. In der Kräutergärtnerei Thees, genau gesagt in Johannes Thees, fand sie einen Partner, denn "irgendwo müssen wir die Bäume topfen und bis zur großen Jubiläumsfeier unterbringen und pflegen", erläutert Sandra Rolshoven. Ihre Idee ist nun, dass die Anrather und natürlich jeder andere Interessierte einen Baum zum Preis von 15 Euro kaufen können.

Dabei hat die junge Frau auch an Menschen gedacht, die über keinen Garten verfügen, aber gerne einen Baum kaufen würden. Sie trat an die Stadt Willich heran. Die Antwort aus der Verwaltung: Sie stellt eine öffentliche Fläche für die Anpflanzungen zur Verfügung. "So kann jeder einen Baum kaufen, ob nun für seinen eigenen Garten, als Geschenk oder für die öffentliche Fläche", freut sich Sandra Rolshoven. Als Clou nummeriert sie alle Bäume von 1010 bis 2010 durch. Für jedes Jahr gibt es so einen Baum. Wer kauft, erhält ein Zertifikat und wird auf der geplanten großen Tafel an der öffentlichen Fläche verewigt.

Mit dem Erlös möchte sie den Willicher Kinderschutzbund, die Tschernobyl Kinderhilfe Willich und die St. Johannes-Kirche in Anrath unterstützen. Dass es in punkto Bäume ausgerechnet Linden und Eichen wurden, ist schnell erklärt. Diese Bäume sollen tausend Jahre alt und älter werden können. Frage des Tages

Quelle: RP
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