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Stadt Willich
Brandstifter war selbst Feuerwehrmann

Stadt Willich. Der 33-Jährige, der vor einigen Wochen ein Feuer im Keller eines Mehrfamilienhauses in Schiefbahn gelegt hat, war Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Willich. Laut Feuerwehrchef Thomas Metzer war er vorher völlig unauffällig. Von Marc Schütz

Willichs Feuerwehrchef Thomas Metzer ist fassungslos: Der 33-Jährige, der am späten Abend des 10. September einen Brand im Keller eines Mehrfamilienhauses an der Wilhelm-Busch-Straße in Schiefbahn gelegt hat, war selbst seit vielen Jahren Feuerwehrmann. Der Mann hat die Tat laut Polizei inzwischen gestanden. "Wir bringen uns Tag und Nacht für die Bürger unserer Stadt ein, und dann kommt einer aus unseren eigenen Reihen und tut genau das, was wir eigentlich verhindern wollen", sagt Wehrführer Metzer im Gespräch mit unserer Redaktion.

Dass es sich um Brandstiftung handelte, war schon früh klar. Dass der Brandstifter selbst Feuerwehrmann war (als er in den Verdacht der Polizei geriet, erklärte er seinen Rücktritt), kam nun sehr überraschend. "Das habe ich in meiner Laufbahn noch nicht erlebt", sagt Metzer, der sich sofort auf Ursachenforschung begab. Aber: "Er war in seiner Tätigkeit als Feuerwehrmann überhaupt nicht auffällig. Er hat nicht in erster Reihe gestanden, hat ganz normal an den Übungen teilgenommen, aber auch nicht häufiger als andere", sagt Metzer. Dass dem 33-Jährigen die Tätigkeit als Feuerwehrmann in Schiefbahn zu langweilig war, kann sich der Wehrführer nicht vorstellen: "Der Löschzug hat mehr als 100 Einsätze pro Jahr, das ist für eine ehrenamtliche Feuerwehr schon viel."

Rückblende: Am späten Samstagabend des 10. September, gegen 23.20 Uhr, wurden die Löschzüge Schiefbahn und Willich zu dem Kellerbrand gerufen. Als das erste Löschfahrzeug eintraf, wurde der Kellerbrand bestätigt, sodass die Alarmstufe wegen der vielen Menschen im Haus erhöht und Sirenenalarm für die Löschzüge Schiefbahn, Willich und Neersen ausgelöst wurde. Zwei Trupps unter Atemschutz gingen jeweils mit einem C-Strahlrohr in den Keller zur Brandbekämpfung vor. Weitere Atemschutztrupps wurden bereitgestellt und unterstützten die beiden Angriffstrupps. Die Bewohner, die sich noch im Haus befanden, wurden angewiesen, in den Wohnungen zu bleiben und Türen und Fenster geschlossen zu halten. Eine Person wurde durch Einatmen von Rauchgas leicht verletzt.

Dass nicht mehr passiert ist, lag laut Thomas Metzer auch daran, dass der Brand rechtzeitig entdeckt wurde. "Kellerbrände sind sehr gefährlich, da Temperatur und Rauch nicht entweichen können. Wenn der Rauch ins Treppenhaus zieht, ist womöglich der erste Rettungsweg blockiert, und die Bewohner müssen schlimmstenfalls über Drehleitern in Sicherheit gebracht werden", sagt Metzer. In Schiefbahn standen die Drehleitern schon bereit, kamen dann jedoch glücklicherweise nicht zum Einsatz.

"Brandstiftung macht uns Feuerwehrleute immer fassungslos, denn wir erleben immer wieder, welches Leid ein Brand über die Opfer bringt. Dass nun ein Feuerwehr zum Brandstifter wurde, macht uns umso fassungsloser", sagt Metzer und will sich gar nicht ausmalen, was bei einem Feuer in einem Mehrfamilienhaus alles hätte passieren können.

Die Polizei ermittelt gegen den mutmaßlichen Brandstifter, der sich nicht in Untersuchungshaft befindet, wegen schwerer Brandstiftung. Laut Strafgesetzbuch wird diese mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr bestraft.

Quelle: RP
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