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Stadt Willich
Ein Fahrrad für Kathleen

Stadt Willich: Ein Fahrrad für Kathleen
Frank Magon hat mit seinem Tourenrad schon 23 000 Kilometer zurückgelegt. Seine speziellen Fahrradschuhe machen das Radeln noch effizienter und sparen Kraft. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Beim Projekt Stadtradeln hat Frank Magon die Nase vorn. Innerhalb der dreiwöchigen Aktion fuhr der städtische Mitarbeiter 2091 Kilometer mit dem Fahrrad. Von Bianca Treffer

Wenn Frank Magon mit dem Fahrrad zur Arbeit kommt, dann sehen die Kollegen im Technischen Rathaus in Neersen das nicht nur an der Fahrradtasche mit der Luftpumpe, sondern sie hören es auch sofort. Wenn er zu seinem Arbeitsplatz im zweiten Stockwerk geht, dann klackert es nämlich - und das liegt an den Fahrradschuhen mit dem Klicksystem. "Ich habe keine Pedale am Rad, sondern ein Klicksystem. Entsprechend befindet sich das Gegenstück unter meinen Schuhen. Mit einem solchen System ist ein effizienteres Fahren möglich. Man kann bis zu 20 Prozent Kraft einsparen", erklärt Magon.

Fahrradfahren ist die große Leidenschaft des 45-jährigen Vierseners, und dementsprechend gut ist er mit seinem Tourenrad von der Fahrradmanufaktur aufgestellt. Der fünf Jahre alte Drahtesel hat schon rund 23 000 Kilometer auf dem Buckel. Wenn es die Terminplanung seines Berufes als Bauleiter im Grünflächenbereich der Stadt Willich zulässt, dann radelt er die knapp 7,5 Kilometer lange Strecke von Viersen nach Neersen gern.

Doch allein mit den Fahrten zu seinem Arbeitsplatz konnte er sich nicht an die Spitze der dreiwöchigen Aktion "Stadtradeln" setzen, bei der die Stadt Willich nun zum zweiten Mal mitmachte und alle Bürger einlud, mitzuhelfen, CO2 zu vermeiden. "Ich hatte in den drei Wochen Urlaub und bin viel Fahrrad gefahren", verrät Magon. In den 21 Tagen war er so an 19 Tagen mit dem Rad unterwegs, wobei er alle Touren fein säuberlich in dem eigens dafür vorgesehenen Vordruck dokumentiere. Stolze 2091 Kilometer kamen so zusammen. Dabei gab es Touren von 149 Kilometer Länge, die ihn an einem Tag in die Niederlande führten, als auch Strecken von 121 Kilometer, bei denen es nach Kerken, Geldern, Kapellen und Issum ging.

Vor der Teilnahme an der Aktion nahm Magon seinen Tacho mit dem Smartphone auf, um den Kilometerstand festzuhalten. Ab und an parkte er sein Tourenrad zudem vor den verschiedenen Ortsschildern und machte ein Foto. "Die waren aber eher zur Motivation meiner Mitradler gedacht", erzählt Magon mit einem verschmitzten Lächeln. Denn er machte unter dem Titel "Radellust" mit zwei weiteren Kollegen beim Stadtradeln mit. Magon war so nicht nur der aktivste Einzelradler. Mit der Gruppe holten sich die drei Radler in der Kategorie "Fahrradaktivstes Team" ebenso einen ersten Platz. Sie erradelten die meisten Kilometer.

Magon hatte bereits im vergangenen Jahr mitgemacht und sich diesmal vorgenommen, die damalige Leistung von 1002 erradelten Kilometer zu toppen. "Erst sollten es 200 oder 300 Kilometer mehr werden. Als es so gut losging, setze ich mein Ziel auf 1500. Aber meine Mitstreiter waren mir auf den Fersen, und so erhöhte ich auf 2000 Kilometer", berichtet Magon. Seine Touren im Urlaub waren dabei alle mehr oder weniger Spontanplanungen. Entsprechend der Windrichtung startete der 45-Jährige daheim und legte los. Einen Plattfuß erlebte er bei den Touren auch: Auf dem Weg nach Neuss gab ein Reifen in Niederheide den Geist auf. Beim Aufpumpen brach ihm noch das Ventil ab, sodass er sein Rad bis Schiefbahn schob, wo er bei einem Fahrradhändler zur Reparatur einkehrte. "In meiner Fahrradtasche habe ich zwar Werkzeug und einen Ersatzschlauch, aber kein Ventil", sagt Magon. Frisch repariert ging es dann weiter.

Dass seine Kilometer für den Gesamtsieg beim Stadtradeln ausreichten, freut den Viersener. Den Preis in Form eines Fahrrades, von den Stadtwerken Willich gesponsert, wird er zwar nicht selbst fahren, da er und sein Tourenrad ein gutes Team sind. "Das Rad kommt in die Garage für meine Freundin Kathleen. Wenn sie hier ist, hat sie jetzt keine Ausrede mehr. Sie weiß allerdings noch nichts von ihrem Glück", verrät Magon schmunzelnd.

Quelle: RP
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