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Stadt Willich
Figuren aus dem Lummerland in Anrath

Stadt Willich: Figuren aus dem Lummerland in Anrath
Als Baumeister war diese Truppe unterwegs und verteilte Tulpen an die Jecken am Straßenrand. FOTO: Hüskes, Achim (achu)
Stadt Willich. Die "Aach Blenge" hatten wieder den Tulpensonntagszug organisiert. Fast 40 Wagen und Fußgruppen zogen ab 13.11 Uhr durch die Straßen und erfreuten die Zuschauer mit Kostümen und Kamelle. Von Willi Schöfer

Zählt man die kleinen und die großen Kehrmaschinen des Entsorgers dazu, dürften es gestern in Anrath sogar 38 Wagen und Fußgruppen gewesen sein. Pünktlich um 13.11 Uhr war es so weit: Die Karawane setzte sich in Bewegung. Vornweg die Zugleitung mit Markus Herold, der als Verstärkung auf dem Beifahrersitz diesmal seine siebenjährige Tochter Leonie mitgenommen hatte.

"Wir schaffen das", darin waren sich vor dem kilometerlangen Fußweg die "Doesköpp", diesmal als gestiefelte Kater mit vielen Kindern unterwegs, ebenso einig wie eine 24-köpfige Wandertruppe, die als Schmetterlinge oder Forscher verkleidet die Kamelle unters Volk warf. "Wir wandern tatsächlich, beispielsweise im Juni wieder durchs Sauerland", erzählten Sylke Baumann und Claudia Lippoldt.

Der Frühling naht. Als farbenprächtige Blumen, von Käfern und Bienchen umschwirrt, machten sich diese Karnevalisten auf den Weg durch Anrath. FOTO: Achim Hüskes

Präsident Rainer Füsgen hatte mit seiner Schiefbahner Gesellschaft "Torfmöps" in Anlehnung an Michael Endes Kinderbuchklassiker für Jim Knopf eine starke Lokomotive gebaut. Lokomotivführer waren in ihrem Torf-Express gleich 40 Möpse. Etwa 300 Meter davor ließen die veranstaltenden "Aach Blenge" auch andere Figuren aus dem Lummerland mitmachen: Frank Klingen war unter anderem König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte oder Dagmar Faßbender der kleine Drache Nepomuk.

Gute Laune hatten auch diese drei Piraten. FOTO: Hüskes, Achim (achu)

Einfallsreich waren viele Gruppen. Vor allem schön anzusehen: die wandelnden Blumentöpfe. Es waren die "11er Jecken" aus Anrath, darunter Melanie, Rainer, Christel und Felix. Andere Freundeskreise waren wie Asterix in den Zaubertrank gefallen oder als leckere Schoko-Bonbons mittendrin. "Das ist stark und einmalig", sagte Stadtprinz Uwe I., als er zu Beginn die einzelnen Gruppen vorbeiziehen sah. Seine königliche Burg mit dem besten Turm-Ausblick und mit der elfjährigen Kinderprinzessin Kim I. kam zuletzt. Davor der Prunkwagen der viermal elf Jahre alt gewordenen Willicher Prinzengarde. Sie hatte draußen sogar zwölf sogenannte Radengel im Einsatz. Sie waren für die Sicherheit verantwortlich, achteten in ihren blauen Westen darauf, dass keiner der Schaulustigen den großen Rädern zu nahe kam.

Nur mühsam bahnte sich der Lindwurm den Weg durch das dichtgefüllte Anrather Zentrum. Oft mussten die Akteure, weil es nicht weiterging, kurze Pausen einlegen. Aber auch dies steckten die "Schrägen Vögel", die Saunafreunde bei ihrer Dschungel-Safari oder der "Chaostrupp" in seinem Märchenwald gelassen weg.

Eine gute Figur gaben ferner die kostümierten Musiker der St.-Sebastianus-Bruderschaft und die blauen Landsknechte eines Bochumer Fanfarenzugs ab. Aus allen Stadtteilen waren außerdem wieder die "Unverwüstlichen" dabei. Diesmal hatten sich auch Dieter Kaiser, Markus Limbach und seine Tochter Jacqueline die winterfeste Eskimo-Thermorolle übergezogen.

Eine Jury, die unterwegs Noten für die spätere Prämierung der Motivwagen und Fußgruppen vergab, hatte die Qual der Wahl. Auf ihrem Zettel sicher ganz oben war eine "Mütter-Mafia" aus Willich, die sich in Neptuns Reich so richtig wohlfühlte. Dass es auch mautfrei und schadstoffarm zugehen kann, bewiesen auf ihren Tret-Mobilen die Anrather "Allee-Vampire"; Chris und Christiane gaben gerade aus ihrem "Pro Secco Mobil" den entsprechenden Drink aus. Im Pulk auszumachen waren noch Viktoria-Fußballer als Außerirdische, "Bine & Co." auf der Blumenwiese oder die KG Edelweiß bei ihrem Trip durch den Wilden Westen.

Quelle: RP
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