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Gastbeitrag Dr. Marcus Optendrenk
Parteigründung mit Mut und festen Überzeugungen

KREIS VIERSEN 70 Jahre CDU im Kreis Viersen sind ein guter Grund zu danken: den vielen Menschen, die in den zurückliegenden Jahrzehnten für die Grundsätze der Christlich-Demokratischen Union im alten Kreis Kempen-Krefeld, aber auch darüber hinaus eingetreten sind. Sie haben sich gleichzeitig immer auch für die freiheitlich-demokratische Grundordnung unseres Grundgesetzes eingesetzt: für die Grundrechte jedes einzelnen, für eine stabile staatliche Ordnung, für Rechtsstaat und Demokratie. Wer im Frühjahr 1946 eine völlig neue Partei im zerstörten Deutschland gründete, brauchte Mut und feste Überzeugungen. Mut, weil Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg in Trümmern lag; Mut, weil sich Deutschland in den Jahren 1933 - 1945 in den Händen der Nationalsozialisten nicht nur millionenfachen Mordes schuldig gemacht hatte, sondern auch einen Krieg vom Zaun gebrochen hatte, der ganz Europa überzog; Mut, weil kaum jemand zu hoffen wagte, dass aus diesem Land innerhalb einer Generation wieder ein akzeptiertes Mitglied der Völkergemeinschaft werden würde und sich wirtschaftlich wieder auf eigenen Füßen würde bewegen können. Und feste Überzeugungen, weil das Scheitern der Weimarer Republik - der ersten Demokratie auf deutschem Boden - auch am mangelnden Engagement der führenden Vertreter dieses Staates für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gelegen hatte.

Die Gründer der CDU im alten Kreis Kempen-Krefeld waren geprägt von diesen Erfahrungen. Sie wollten beweisen, dass eine neue Partei aus katholischen wie evangelischen Christen, aus Konservativen, Liberalen sowie christlich-sozialen Politikern in der Lage war, auf dem Fundament des christlichen Menschenbildes den notwendigen Neuanfang in Deutschland mitzugestalten.

Die CDU hat seit 1946 nicht nur im Kreis und in der Region, sondern auch im Land Nordrhein-Westfalen und im Bund ihre Verantwortung auch in schwierigen Zeiten immer wieder wahrgenommen. Erinnert sei nur an die Einführung der sozialen Marktwirtschaft, die Überwindung der Teilung Deutschlands vor 25 Jahren und die Aussöhnung mit den Nachbarn in West und Ost. Auch in unserem Kreis, in den Städten und Gemeinden haben inzwischen mehrere Generationen von Kommunalpolitikern Verantwortung für ihre Mitmenschen und ihre Heimat übernommen. Sie haben sich dem demokratischen Ringen um die besten Ideen und Konzepte gestellt und vieles auch mit anderen Parteien und Gruppierungen gemeinsam auf den Weg gebracht. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch im Vergleich mit anderen. Ich möchte allen dafür von Herzen danken.

Was können wir für die nächsten 70 Jahre daraus lernen? Es lohnt sich, sich auch in schwierigen Zeit mit Mut und festen Überzeugungen auf den Weg zu machen, so wie die Gründer der CDU im Kreis vor genau 70 Jahren.

DR. MARCUS OPTENDRENK (MDL), KREISVORSITZENDER DER CDU.

Quelle: RP
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