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Stadt Willich
Richtfest für Kamps Pitter II gefeiert

Stadt Willich: Richtfest für Kamps Pitter II gefeiert
Vorsitzender Ernst Kuhlen und Zimmermann Josef Kothen feierten mit rund 80 Gästen aus allen Stadtteilen das Richtfest für den neuen Museumstrakt in Schiefbahn. FOTO: WOLFGANG KAISER
Stadt Willich. Die Heimat- und Geschichtsfreunde Willich haben eine wichtige Etappe geschafft. Über dem umgebauten zweiten Museumstrakt weht jetzt der Richtkranz. In das Projekt werden 478.000 Euro investiert. Von Willi Schöfer

Aus allen Stadtteilen waren Gäste gekommen, schauten sich gerade ein besonderes Projekt im Klosterpark St. Bernhard an. Vom Kran der Neersener Bauunternehmung von Arno Lietz ließen per Fernbedienung Mitarbeiter einen Richtkranz heran schweben, der exakt vor dem Dachstuhl platziert wurde. Es konnte losgehen, das Richtfest für den zweiten Museumstrakt der Heimat- und Geschichtsfreunde Willich. "Zu solch einem Vorhaben kann man nur gratulieren", zeigte sich Franz Auling, Vorsitzender des Kulturausschusses, unter den rund 80 Gästen angetan. Vorsitzender Ernst Kuhlen und sein Heimatverein werden mit dem zweiten Museumstrakt viel mehr Möglichkeiten haben, an das Leben und Wohnen in früheren Zeiten zu erinnern, im Wechsel verschiedene Ausstellungen zu zeigen oder die Schulkinder dort an die besondere Heimatkunde heranzuführen.

Stolz wurde von einigen Beobachten herausgestellt, dass viele einheimische Handwerksbetriebe an der Umsetzung des Vorhabens beteiligt waren und noch sind. Einer davon war der Schiefbahner Zimmermeister Josef Kothen, der im ersten Stock des Rohbaus den Richtspruch sprach, danach den obligatorischen Korn trank und das Glas dann zerschmiss, was dem Brauch nach Glück bringen soll. Die Gäste, darunter Architektin Brigitte Franke und als Vertreter der Stadtverwaltung Brigitte Schwerdtfeger mit Statiker und Archivar, bekamen natürlich auch was ab.

Endlich konnte das Richtfest gefeiert werden. "Wir haben diesen Tag lange herbeigesehnt", erinnerte der Haus- und Bauherr Ernst Kuhlen daran, dass man mit der Überplanung des alten Gebäudes bereits 2013 begann. Es war früher ab 1900 zuerst von der Verseidag, dann von den Nazis und zuletzt von den Patres der Hünfelder Oblaten als Schreinerei und Schlosserei, sogar teilweise als ein Wohnhaus, genutzt worden. Wegen der alten Bausubstanz war auch aus statischer Sicht einiges zu berücksichtigen und zu verändern. Vorsitzender Ernst Kuhlen bedankte sich bei all denjenigen, die das 478.000 Euro teure Projekt möglich gemacht hatten. Das waren vor allem die NRW-Stiftung und die beiden Stiftungen der Sparkasse Krefeld, die jeweils 106.000 Euro dazu gegeben hatten. Der Heimatverein selbst beteiligt sich daran mit insgesamt rund 150.000 Euro. Diese Summe setzt sich aus einer Finanzspritze von 60.000 und einer "Muskelhypothek" von rund 90.000 Euro zusammen. Nicht fehlen durfte beim Fest die vereinseigene Baukolonne mit ihrem "Kolonnenführer" Theo Nießen. Auch im Herbst und im Winter ist ein Stamm von etwa zehn Personen auf der Baustelle. Jeden Dienstag von 13.30 bis 17.30 Uhr wird kräftig in die Hände gespuckt. "Derzeit sind wir bei der Isolierung, bei der Unterfütterung der Fußfette und bei den Vorbereitungen, damit bald der Putzer optimal an den Wänden arbeiten kann", sagte Theo Nießen. Wer in der Kolonne mitarbeiten möchte, zum Beispiel als Elektriker, ist natürlich gerne gesehen.

Ernst Kuhlen wünscht sich, "dass wir Mitte 2017 in das neue Gebäude einziehen können." Er nannte bei der gestrigen Feierstunde nur einige wenige Zahlen. So wird es dann eine Ausstellungsfläche von rund 240 Quadratmeter geben, neben weiterem Platz für das Archiv, Lager oder für die Computer- oder Recherche-Arbeit. Für die katholische Kirche gab Diakon Friedhelm Messerschmitt die besten Wünsche und einen Segen dazu. Jetzt kann erst einmal der Anrather Dachdeckermeister Theo Hofer mit der Eindeckung weitermachen.

Quelle: RP
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