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Stadt Willich
Schützenparade auf dem Kaiserplatz?

Stadt Willich: Schützenparade auf dem Kaiserplatz?
Für die Umgestaltung des Willicher Marktplatzes veranschlagt die Stadt 18 Monate. Im Sommer 2018 müssen die Schützen mit ihrer Parade und dem Musikprogramm auf einen anderen Platz ausweichen. FOTO: ANIMATION LÜCKE
Stadt Willich. Etwa 20 Interessierte nahmen an der ersten Bürgerversammlung in der Aula der Kolpingschule zur Umgestaltung des Hinzenhauses auf dem Marktplatz teil. Am 2. November befasst sich der Planungsausschuss damit. Von Willi Schöfer

"Es wäre schön, wenn ich jemand finde, der in der Übergangszeit dort eine kleine Gastronomie übernimmt", sagte Bernt Lücke. Bekanntlich ist der Willicher Unternehmer der Eigentümer des Hinzen-Hauses aus dem Jahr 1876. Und dieses Haus, in dem einst Christel und Heinz Hinzen Zigaretten, Zigarren und Spirituosen verkauften, soll mit einem Anbau erweitert werden (die RP berichtete). Jetzt fand zu diesem Vorhaben die erste Bürgerbeteiligung statt.

Etwa 20 Personen kamen dazu in die Aula der Kolpingschule. Gleich mit mehreren Vorständlern war der Allgemeine Schützenverein (ASV) Willich dabei vertreten, angeführt vom Präsidenten Willi Stennes. Denn es geht ihnen nicht nur um das Hinzen-Haus, sondern außerdem um die seit langem geplante Umgestaltung des Marktplatzes. Mit beiden Maßnahmen will man voraussichtlich nach dem nächsten Schützenfest 2017 beginnen. Und da die Technische Beigeordnete Martina Stall bei der Umgestaltung des Platzes, auf dem der ASV seine großen Paraden und die Musikshow plant, von einer Bauzeit von rund 18 Monaten ausgeht, muss zumindest beim Volksfest des Jahres 2018 improvisiert werden.

"Wir sind trotzdem guter Dinge und hoffen auch im Interesse der Geschäftsleute auf dem Marktplatz, dass der Umbau schnell und reibungslos vonstatten geht", sagte Präsident Stennes, der natürlich mit seinem Vorstandsteam bereits über Alternativen im Jahr 2018 gesprochen hatte. Denkbare Alternativen wären, den Paradeplatz dann auf den Kaiserplatz zu verlegen oder hinter die Katharinen-Pfarrkirche auf die vordere Hülsdonkstraße.

Jetzt ging es aber erst einmal um das Hinzen-Haus, das bis vor wenigen Monaten von der Biw-Bank genutzt und teilweise an einer Gastronomin aus Schiefbahn untervermietet war. Die Bank hatte sich kürzlich, überraschend für Lücke, als Pächter verabschiedet, ebenso die Untermieterin. "Das hat sich wohl für sie nicht gerechnet", vermutete Lücke. Zumal es drinnen in der Gastronomie nur relativ wenige Plätze gab.

Dies soll bei dem gläsernen Anbau mit dann etwa 30 zusätzlichen Plätzen besser werden. Und um dazu das erforderliche Planungsrecht zu schaffen, fand jetzt die erste offizielle Bürgerversammlung statt. Über das spezielle Prozedere informierte vom Team der Stadtplanung Vanessa Majer. Sie führte aus, dass in diesem Fall ein so genannter vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werde, heißt: der Investor plant und anschließend wird der Vorhaben- und Erschließungsplan mit Verwaltung und Planungsausschuss abgestimmt. Zum späteren Zeitpunkt kommt es dann noch zu einer zweiten einmonatigen Bürgerbeteiligung.

Willichs Technische Beigeordnete Martina Stall als auch City-Managerin Christel Holter sind sich mit Bernt Lücke einig, dass die beabsichtigte Gastronomie zu einer Attraktivität des bislang nur zu bestimmten Zeiten frequentierten Zentrums beitragen werde. Für den Bauherrn erläuterte sein Architekt, Erik von Gehlen, die bereits mit der Denkmalbehörde abgestimmte Planung. Danach soll an das Hinzenhaus in einem Glaskubus ein etwa acht mal acht Meter großer Raum drangesetzt werden. Der zusätzliche Baukörper soll etwa zweigeschossig, aber nicht höher als 5,30 Meter hoch sein. Platz für die Gäste wird aber nur ebenerdig geschaffen, eine Treppe gibt es also nicht. Verbunden wird das alte Hinzen-Haus und der neue Baukörper durch einen zweiten etwa fünf Meter langen ebenfalls gläsernen Durchgang, in dem auch noch Platz für einige Nebenräume ist.

Kritik dazu gab es aus Reihen der Zuhörer nicht. Um gegebenenfalls die gesamte Bauzeit der Umgestaltung des Marktplatzes zu verkürzen, regte Wolfgang Dohmgans an, die Baufirma zu nehmen, die bereits den Kaiserplatz umgestaltet hatte. "Die haben super und schnell gearbeitet", meinte Dohmgans. Skeptisch blieb ASV-Ehrenpräsident Günter Baumeister. Er sagte: "Wir warten seit zwei Jahrzehnten darauf, dass sich auf dem Marktplatz was tut. Es wird höchste Zeit, hoffentlich erleben wir Älteren das noch." Dies dürfe jetzt nicht mehr kaputt geredet werden. Baumeister ergänzte lächelnd, sollte sich die Bauzeit in die Länge ziehen: "Wir werden so oder so unsere Schützenfeste weiter in Willich feiern, auf keinen Fall in Schiefbahn...."

Quelle: RP
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