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Stadt Kempen
Spaß und Freude am Lernen

Stadt Kempen: Spaß und Freude am Lernen
Stefanie Engelbarts (l.) ist in der Schulförderung aktiv, Martina van Elten ist Bereichsleiterin Pädagogik am Annenhof. FOTO: kaiser
Stadt Kempen. Ein besonderes Angebot ist im Kinderheim Annenhof in Kempen die Schulförderung. Mit Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung ist sie nicht vergleichbar. Im Vordergrund stehen kreative Lernmöglichkeiten. Von Bianca Treffer

In bunten Buchstaben verkündet das Schild an der Tür "SchuFö". So farbenfroh wie die Ankündigung an der Tür, so präsentiert sich auch der dahinterliegende Raum. Bunte Wände, rote Regale gefüllt mit Büchern und einem großen Glas mit Süßigkeiten, dazu vier gelbe und grüne Stühle vor zwei Schreibtischen. An der magnetischen Pinnwand hängen mathematische Formeln, unregelmäßige englische Verben, Regeln zum Satzaufbau und Hinweise zur deutschen Grammatik. Dazwischen kleben Buchstaben und Zahlen in Regenbogenfarben.

Dass in diesem Raum gelernt wird, ist unverkennbar. Aber es ist eine besondere Form der Wissensvermittlung. "Das ist unsere Schulförderung, kurz SchuFö genannt", sagt Stefanie Engelbarts. Die Schulförderung ist ein wichtiges Thema im Annenhof, wobei es aber nicht einfach Nachhilfe oder Hausaufgabenbetreuung ist. SchuFö steht für Spaß und Freude am Umgang mit dem Lernstoff. "Wir möchten den Kindern die Möglichkeit geben, in einem anderen Rahmen Förderung zu erhalten und Spaß am Lernen zu entwickeln", sagt Martina van Elten, Bereichsleitung Pädagogik.

Im Annenhof heißt es so nicht "Ich muss zur SchuFö", sondern "Ich darf". Es handelt sich um eine Eins-zu-Eins-Betreuung, die Engelbarts als Fachkraft für den offenen Ganztag zusammen mit ihrer Kollegin Laura Strothmann, Studentin der Erziehungswissenschaften, montags bis freitags jeweils ab 13 Uhr anbietet. An vorderster Stelle steht die Persönlichkeit eines jeden Kindes. "Wir möchten jedem Kind, das unser Angebot nutzt, Handwerkszeug an die Hand geben, damit es Freude am Lernen empfindet. Lernen lernen und das mit Spaß", erläutert van Elten das Prinzip, das hinter SchuFö steht. Strothmann und Engelbarts schauen, welchen jeweiligen Lerntyp sie vor sich haben und auf welche Weise ihr Schützling am besten erreichbar ist. Schließlich soll das Angebot nachhaltig sein. Es geht nicht darum, einem Kind innerhalb der knappen Stunde etwas einzutrichtern. Die Kinder erfahren vielmehr, dass Dinge, die einem persönlich schwer fallen, mit der richtigen Vorgehensweise auf einmal ihren Schrecken verlieren. Vokabeln lernen, mathematische Formel verstehen, in die Tiefen der deutschen Sprache eintauchen, Wissen vertiefen und auffrischen - die Schüler erkennen, dass Lernen nicht Stress, Ängste oder schlechte Noten bedeutet, sondern auch positiv besetzt sein kann.

Lob ist so ein ganz wichtiger Faktor. "Wir duzen uns in der SchuFö, sitzen gemeinsam mit den jeweiligen Kindern am Schreibtisch auf Augenhöhe und geben dem Kind erst einmal Zeit um anzukommen. Wir wollen wissen, wie der Tag war, wie es dem Kind geht und wo der Schuh drückt und das nicht nur aufs Lernen bezogen", sagt Engelbarts. Die Idee dieser besonderen Art der Förderung konnte dank der Schwester-Ina-Stiftung realisiert werden. Hier fiel vor einigen Jahren die Entscheidung, ganz besonders die Bildung zu fördern. Das Konzept für die Schulförderung wurde entwickelt und umgesetzt. In diesem Jahr erfuhr die SchuFö zudem eine Vergrößerung, da seit März zu zweit gearbeitet wird. Die Stiftung trägt die Personalkosten und das Arbeitsmaterial. Aktuell nutzen 20 Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 19 Jahren das Angebot. Etwas, was in der SchuFö nahezu immer vergessen wird, ist die Zeit. "Die Kinder und Jugendlichen schauen nicht auf die Uhr, wann die Dreiviertelstunde endlich herum ist, und das ist ein gutes Zeichen für uns", sagt Stefanie Engelbarts.

Quelle: RP
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