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Stadt Kempen
Stadtwerke werden Schulpartner

Stadt Kempen. Vivian Engh arbeitet als Frau in einem typischen Männerberuf. Sie ist Anlagenmechanikerin bei den Kempener Stadtwerken, die mit der Martin-Schule eine feste Partnerschaft abgeschlossen haben. Von Kai Aussen

Vivian Engh hat sich bereits als junges Mädchen für Technik interessiert. Deshalb hat sie nach ihrem Abschluss an der Krefelder Gesamtschule Kaiserplatz das Berufskolleg Uerdingen besucht und dort die ersten praktischen Erfahrungen gesammelt. Der heute 21-Jährigen war schnell klar: "Das will ich auch beruflich machen." In der Zeitung entdeckte sie eine Anzeige der Stadtwerke Kempen, die auf der Suche nach angehenden Anlagenmechanikern im Einsatzgebiet Rohrsystemtechnik waren, und bewarb sich darauf. Ein Tagespraktikum später hatte sie die Stelle, ist jetzt im zweiten Lehrjahr - "und als Frau in einem typischen Männerberuf total zufrieden", wie sie sagt.

"Wir sind ein moderner Ausbildungsbetrieb und wollen uns auch so bei den Jugendlichen präsentieren", erklärt Claudia Seidenstricker, Teamleiterin Personalwesen bei den Stadtwerken. Deshalb ist das Unternehmen jetzt eine Partnerschaft mit der Martin-Schule Kempen eingegangen. Zusammengebracht hat sie Gabriele Götze, Schulkontaktmanagerin der IHK Mittlerer Niederrhein. Sie wird die Kooperation auch in Zukunft begleiten.

"Obwohl wir ein bekanntes Unternehmen sind, wird es auch für uns immer schwieriger, geeigneten Fachkräftenachwuchs zu finden", sagt Seidenstricker. "Vor allem in den weniger bekannten Berufen. Deswegen wollen wir neue Wege gehen." Die Stadtwerke bilden neben den Anlagenmechanikern auch Elektroniker für Betriebstechnik, Fachangestellte für Bäderbetriebe sowie Industriekaufleute aus. Dabei bieten sie besonders leistungsstarken kaufmännischen Azubis auch ein duales Studium an. "Wir machen alles möglich, wenn wir von einem Bewerber überzeugt sind. Und wer sich in der Lehre bewährt, dem stehen bei uns alle Türen offen."

Neben den klassischen Rekrutierungskanälen wie Zeitungsanzeigen, Flyern und Internet beteiligen sich die Stadtwerke Kempen auch an der "Check in"Berufswelt und machen im nächsten Jahr auch bei den Berufsfelderkundungen im Rahmen des Landesprogramms "Kein Abschluss ohne Anschluss" mit. "Eine systematische Berufsorientierung mit Einblicken in die Praxis ist sehr wichtig", findet die Personalerin. "Sie hilft den Schülern auf ihrem Weg in ein erfolgreiches Berufsleben und bietet auch Unternehmen die Möglichkeit, ihre potenziellen Mitarbeiter von morgen so früh wie möglich kennenzulernen."

In dem Vertrag, den die Stadtwerke und die Martin-Schule unterzeichnet haben, ist verbindlich festgeschrieben, wie die Schulpartnerschaft mit Leben gefüllt werden soll: Es wird Betriebsbesichtigungen für Lehrer und Schüler geben, die Stadtwerke-Azubis werden die betrieblichen Abläufe bei Schulbesuchen vorstellen, und es wird feste Praktikums- sowie Berufsfelderkundungsplätze für die Martin-Schüler geben.

"Für uns sind solche Kooperationen unglaublich wichtig", sagt Schulleiter Hubert Kalla. "Denn sie helfen den Schülern dabei, möglichst früh zu erkennen, wo ihre berufliche Reise hingehen soll und dass eine Ausbildung eine große Chance für sie ist." Dabei sei es immer hilfreich, den Schulhof auch mal zu verlassen. "Lehrer sind ja manchmal wie Prediger in der Wüste, sie werden von den Jugendlichen nicht immer ernst genommen. Aber wenn Azubis oder Unternehmer von ihren Erfahrungen berichten und die Schüler selbst mal in Betriebe hineinschnuppern, kann das den nötigen Denkanstoß geben."

Unternehmen und Schulen können sich an die IHK-Schulkontaktmanagerin Gabriele Götze (Tel. 02161 241-114, E-Mail: goetze@moenchengladbach.ihk.de) wenden. Weitere Informationen gibt es unter www.schule-wirtschaft.ihk.de.

Quelle: RP
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