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Stadt Willich
Viele Fragezeichen beim Altenheim

Stadt Willich: Viele Fragezeichen beim Altenheim
So sieht der Entwurf des Roten Kreuzes aus. Die Politik hakte wegen der vor einiger Zeit im DRK-Altenheim Mossheide festgestellten Mängel nach. FOTO: Architekt Harald Nürnberg
Stadt Willich. Zwei Investoren stellten im Sozialausschuss Konzepte für das Altenheim in Neersen vor. Einige Fragen blieben aber unbeantwortet. Nächste Woche gibt es deshalb eine Sondersitzung, am 24. September soll dann der Rat entscheiden. Von Willi Schöfer

Noch ist es nicht in trockenen Tüchern, wer das Seniorenheim zwischen Verresstraße und Rothweg in Neersen bauen und betreiben wird. Wie wenige Tage zuvor im Planungsausschuss stellten jetzt auch im Sozialausschuss zwei Interessenten ihre Konzepte vor: DRK-Landesverband und der selbstständige Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Heinz-Joachim Güllüg (Schiefbahn). Zu einem Beschluss kam es nach langer Debatte, die dann auch im nichtöffentlichen Teil fortgesetzt wurde, nicht. Es folgt noch am Dienstag, 8. September, eine Sondersitzung des Sozialausschusses, ehe darüber der Rat am 24. September berät.

"Beide waren in ihren Ausführungen souverän, trotz einiger Fragezeichen", fasste im Ausschuss Merlin Praetor von den Grünen zusammen. Er meinte damit beim DRK-Landesverband den "Schatten der Vergangenheit", als bei der Kurzzeitpflege im Willicher DRK-Heim an der Moosheide Mängel festgestellt worden waren, die zur vorübergehenden Schließung und zu Beschränkungen geführt hatten. "Diese sind seit wenigen Tagen vom Tisch, die Heimaufsicht hat die Beschränkungen aufgehoben", sagte dazu der Geschäftsführer der Einrichtung, Claus Keultjes. So etwas werde sich nicht wiederholen. Es geht im wesentlich um unzureichende Dokumentationen und Versäumnisse bei der Pflege.

Ein noch größeres Fragezeichen setzte Heinz-Joachim Güllüg: Der Buchprüfer stellte sich zwar als einer der von ihm geführten Investorengruppe zur Verfügung, wollte den Namen des späteren Betreibers und Trägers aber partout nicht nennen. Seine Begründung: "Der Betreiber, der in der direkten Umgebung ähnliche Einrichtungen hat, will noch anonym bleiben, da noch sein Gremiumsbeschluss fehlt." Güllüg nannte als Gründe unter anderem Urlaubstage von Verantwortlichen und zeigte sich optimistisch, bis zur Ratssitzung am 24. September grünes Licht zu bekommen. Dies reichte den Fraktionen, die darüber vorher noch intern beraten wollen, aber nicht. Güllüg hat somit nur noch bis zum 8. September Zeit.

Die Einrichtung soll 44 stationäre Dauerpflegeplätze, eine Tagespflege mit zwölf Plätzen, mindestens drei Kurzzeitpflegeplätze sowie drei Seniorenwohnungen beinhalten. Die Pläne der beiden Investoren unterschieden sich in einigen Punkten. So gab es unterschiedliche Baukörper, beim DRK war es eine längliche und integrative Form, bei Güllüg quadratisch mit einem geschlossenen Innenhof. Beim DRK fehlt eine Cafeteria. Dazu Dieter Lambertz (CDU): "Schade, denn wir möchten auch, dass sich dort Menschen von draußen mit den Bewohnern begegnen." Wie auch beim Güllüg-Konzept sind bei den Dauerpflegeplätzen vier Hausgemeinschaften von jeweils elf Personen vorgesehen, unter anderem beim DRK mit eigenen kleinen Küchen und Aufenthaltsräumen.

Grundsätzlich einig waren sich beide Investoren darin, dass man das relativ kleine neue Seniorenhaus unter betriebswirtschaftlichen Aspekten eigentlich nur führen könne, wenn man ein Synergiepotenzial nutze. Heißt: Das Haus muss mit den eigenen benachbarten Einrichtungen vernetzt werden. Ramin Feriduli von der Stabsstelle Gesundheitsmanagement des DRK-Landesverbandes dazu: "So könnten die Verwaltung, die Logistik und die Küche für beide Einrichtungen im DRK-Seniorenhaus in Willich sein." Aber kleinere Küchen gibt es doch auch in den vier geplanten Wohngemeinschaften? Auf entsprechende Fragen sagten die DRK-Verantwortlichen, dass man dort zum Beispiel Rohkost oder Backwaren mit den Bewohnern herstellen könnte. Also den Kappes aus Neersen, die Bratwurst aus Willich... Güllüg konnte sich aber auch vorstellen, dass der Träger das Neersener Haus alleine wirtschaftlich führen könne. Was für Elisabeth Icks noch wichtig war: "dass sich die Demenz-Kranken dort sicher in Heim und Garten bewegen können."

Den Fraktionen läuft die Zeit davon. "Eigentlich wollten wir heute zu Potte und zu einer Entscheidung kommen", meinten sowohl Sarah Bünstorf (SPD) als auch Thomas Brandt (FDP). Die "Unendliche Geschichte" geht also weiter.

Quelle: RP
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