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Stadt Willich
Weniger Verträge, leicht steigende Preise

Stadt Willich: Weniger Verträge, leicht steigende Preise
Wie hier in der Klimaschutzsiedlung in Willich wird fleißig gebaut. Im Kreis Viersen steigen die Immobilienpreise vor allem in Kempen, Willich und Tönisvorst. Besorgniserregend ist das laut Gutachterausschuss aber nicht. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Viersen hat seinen Marktbericht 2016 veröffentlicht. Aufgrund der gestiegenen Grunderwerbsteuer sank die Zahl der Verkäufe. Die Preise steigen in Willich und Tönisvorst weiter. Von Marc Schütz

Der Anstieg der Grunderwerbsteuer um 1,5 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent zum Anfang vergangenen Jahres hat auf dem Immobilienmarkt im Kreis Viersen deutliche Spuren hinterlassen: Die Zahl der Kaufverträge über Grundstücke, Häuser und Wohnungen sank gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent auf 2850 Verträge. "Zum Ende 2014 gab es auffallend viele Vertragsabschlüsse - vermutlich von Leuten, die sonst eher im Januar, Februar oder März 2015 gekauft hätten", sagt Claudia Hering, Vorsitzende des Gutachterausschusses des Kreises Viersen, der jetzt seinen Grundstücksmarktbericht 2016 vorstellte.

Auch wenn die Zahl der Käufe sank, geht aus dem Bericht hervor, dass der Kreis Viersen auf dem Grundstücksmarkt nach wie vor attraktiv ist - allen voran die Städte Willich, Tönisvorst und Kempen. Denn für diese hat der Ausschuss aufgrund der von den Käufern im Jahr 2015 tatsächlich bezahlten Preise den Bodenrichtwert um fünf, drei und sieben Prozent angehoben. Von einer "Immobilienblase", vor der inzwischen auch angesichts des von der Europäischen Zentralbank auf null Prozent gesenkten Leitzinses gewarnt wird, kann laut Gutachterausschuss aber nicht die Rede sein. "Der Markt im Kreis Viersen ist aktiv - aber anders als in manchen Großstädten im normalen Rahmen", sagt Claudia Hering. Es gebe ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage.

Die höchsten Baulandpreise für den Wohnungsbau werden im Kreis Viersen weiterhin neben Kempen in St. Tönis erzielt. Dort zahlt man für unbebaute Grundstücke in guten Lagen inzwischen 250 Euro pro Quadratmeter, in mittleren Lagen 240 - jeweils fünf Euro mehr als 2014. Für den Stadtteil Vorst nennt der Bericht lediglich Preise für mittlere (190 Euro) und mäßige Lagen (135 Euro).

Nicht viel günstiger ist es in Willich, wobei der Grundstücksmarktbericht nicht nach den vier Stadtteilen unterscheidet. Je nach Lage werden pro Quadratmeter 170 (mäßig), 210 (mittel) und 240 Euro (gut) fällig - im Vergleich zu 2014 haben sich hier lediglich die Preise für gute Grundstücke um zehn Euro pro Quadratmeter erhöht.

Zum Vergleich: Im Kreis Viersen sind die Grundstücke nach wie vor in der Gemeinde Niederkrüchten am billigsten zu haben, sie kosten dort zwischen 125 und 155 Euro pro Quadratmeter. Spitzenreiter ist Kempen, wo es sogar "beste Lagen" gibt, in denen 320 Euro zu zahlen sind.

Angaben zur Preisentwicklung bei Ein- und Zweifamilienhäusern macht der Bericht in diesem Jahr keine - "Marktschwankungen in den einzelnen Baujahresgruppen und Lagen" sind der Grund dafür.

Bei Eigentumswohnungen ist kreisweit "ein leichter Anstieg im Preisniveau" feststellbar.

Eine "stark steigende Tendenz" weisen hingegen die Ackerpreise im in Willich (5,80 Euro pro Quadratmeter) und Kempen (5 Euro) auf, so Claudia Hering. Sie seien dort im Schnitt um etwa zehn Prozent gestiegen, in Tönisvorst (5 Euro) blieben sie konstant. Den Grund für den Anstieg vermutet Hering zum Einen darin, dass Anleger Ackerflächen als Investition sehen und andererseits Landwirte wegen Fördermitteln Flächen benötigen.

Konstant geblieben sind laut Grundstücksmarktbericht die Bodenpreise für gewerbliche Bauflächen. Sie liegen in Vorst bei 60 (Tack) beziehungsweise 80 Euro (Höhenhöfe) pro Quadratmeter, in Anrath bei 50, in Willich bei 80 und in Schiefbahn bei 85 Euro - die Spitzenposition im Kreis Viersen. Am niedrigsten liegt der Wert in Niederkrüchten und Brüggen-Bracht mit je 35 Euro für den Quadratmeter.

Quelle: RP
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