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Stadt Willich
Wingerath legt ihr Ratsmandat nieder

Stadt Willich. Cornelia Wingerath hat mit sofortiger Wirkung ihr Ratsmandat niedergelegt. Das teilte die Stadt Willich gestern mit. SPD-Fraktionsvorsitzender Bernd-Dieter Röhrscheid sagte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass die Partei ihr angesichts des anberaumten Strafverfahrens wegen Untreue zu diesem Schritt geraten habe.

"Wir sind natürlich sehr enttäuscht darüber, dass sich Cornelia Wingerath uns gegenüber weder dazu geäußert hatte, dass sie bereits strafrechtlich in Erscheinung getreten war, noch dazu, dass jetzt ein Strafverfahren ansteht", sagte Röhrscheid. Erst durch die Presse habe man davon erfahren. "Sie war der große Stern der Kommunalwahl 2014. Sie hat es geschafft, das einzige Direktmandat für die SPD in Willich zu holen. Das Vertrauen der Wähler hat sie durch ihr Verhalten natürlich zerstört. Dass sie alle Ämter niedergelegt hat, war konsequent und richtig", so Röhrscheid weiter. In der kommenden Woche wolle man sich mit der Nachfolge Wingeraths beschäftigen.

Cornelia Wingerarth war telefonisch gestern nicht zu erreichen. Sie muss sich am 31. Oktober vor dem Amtsgericht Krefeld verantworten. Ihr wird Untreue in 51 Fällen vorgeworfen. Die Taten soll sie zwischen 2011 und 2015 begangen haben, als sie als Verwalterin für zwei Wohnungseigentums-Gemeinschaften angestellt war. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, ihre Position und ihre Vollmachten für die Konten der Geschädigten genutzt zu haben, "unberechtigt Verfügungen von den Konten zu ihren Gunsten zu tätigen". Sie habe Geld auf ihr Privatkonto überwiesen, Bargeld vom Konto einer Wohnungseigentümergemeinschaft an Geldautomaten abgehoben und per EC-Lastschrift einen privaten Einkauf in einem Verbrauchermarkt sowie eine Schönheitsbehandlung bezahlt.

(msc)
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