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Wülfrath
Lhoist will mehr und länger Kalk abbauen

Wülfrath. Mehr Abbaufläche, neue Halden, Ende der alten Bahntrasse: Lhoist will seine Wünsche im Regionalplan gesichert wissen. Die Politik unterstützt grundsätzlich - will aber vom Konzern Entgegenkommen für die Stadtplanung. Von Uwe Reimann

Vor einer Woche machte Lhoist noch mal Druck: In einer erneuten Stellungnahme zum Regionalplan merkte der Konzern an, dass es wichtige Änderungen geben müsse, sonst sei die dauerhafte Zukunft des Kalkabbaus in Wülfrath in Gefahr. Untersuchungen zur Qualität und Erdbeschaffenheit hätten ergeben, dass man mehr Abbaufläche benötige, weil die Reserven sonst in 24 Jahren erschöpft seien. Statt 24 will man 50 Jahre fördern. Lhoist will deshalb mehr Abbaufläche, die Verlegung von Straßen und den Erhalt einer Halde und den Wegfall der alten Bahntrasse, weil sie dem Abbau im Wege stehen würde. Konkret heißt das: Der Pfeiler Prangenberg soll wieder Abbaugebiet, das Sedimentsbecken eine neue Halde, die Kreisstraße 34 verlegt, die alte Bahntrasse aufgehoben, die Anger verlegt werden und die Halde Dachskuhle mehr aufnehmen dürfen.

Eine Menge Wünsche, die der Regionalplan berücksichtigen soll. Aber wohl nicht wird. Zusammen mit den Abbaureserveflächen von Oetelshofen gibt es die nächsten Jahrzehnte eine ausreichende Versorgungssicherheit im Regierungsbezirk Düsseldorf. Die Bezirksregierung wird kaum einen Grund sehen, die unternehmerischen Belange im Regionalplan zu berücksichtigen.

Die Stadt möchte kooperieren. Deshalb schreibt sie in ihrer Stellungnahme: "Die Stadt Wülfrath unterstützt grundsätzlich die Belange des Unternehmens Lhoist Western Europe, Rheinkalk GmbH Wülfrath, unter der Maßgabe der städtebaulichen Verträglichkeit sowie der wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten der Stadt Wülfrath und des Unternehmens." Das darf getrost als eingeschränkt bezeichnet werden, denn man will Lhoist zwar helfen, verlangt aber Entgegenkommen.

In der Politik regt sich die Forderung nach Zugeständnissen. CDU-Fraktionschef Axel Effert war im Rat gegen einen Freifahrtschein für Lhoist. "Rat und Stadt stehen zu Lhoist - aber auch zu Rohdenhaus und Flandersbach. Sie dürfen durch die Gebietsveränderungen nicht abgeschnitten werden." Walter Brühland (CDU) mahnte, man müsse die Wünsche Lhoist kritisch prüfen. Axel Welp (SPD) verwies darauf, dass die eingereichten Wünsche des Konzerns aktuell nicht in Gänze in den Regionalplan einfließen können. Er nannte beispielsweise die Angertalbahn. Der Regionalplan müsse sie aufführen. Erst wenn sie "entwidmet" sei, könne überhaupt den Wünschen Lhoist Rechnung getragen werden. Dies würde zu einem gesonderten Änderungsverfahren führen. "Dann werden wir das alles garantiert mit Lhoist und der Bezirksregierung besprechen."

Einzig die Grünen legen sich fest: Sie wollen den Regionalplan nicht akzeptieren: "Die Diskussion um die Erweiterung der Kalkabbaugebiete sehen wir äußerst kritisch. Hier stehen Arbeitsplätze für die nächsten 35 Jahre dem Verlust der Bahntrasse und Naturflächen gegenüber. Wir können nicht verstehen, dass die Verwaltung dem Lhoist-Gutachten kritiklos gegenübersteht. Hier hätten wir uns eine differenziertere Stellungnahme der Verwaltung gewünscht."

Quelle: RP
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