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Wülfrath
Melodien gegen den November-Blues

Wülfrath: Melodien gegen den November-Blues
Probe bei Friday in the fool. Sängerin Svenja Kupschus aus Wülfrath gewann jetzt mit ihren Mitmusikern einen von den Berliner Festspielen ausgeschriebenen Wettbewerb. FOTO: Achim Blazy
Wülfrath. Frisch vom Szene-Festival in Berlin zurück, starten "Friday and the fool" mit einem Video plus Konzert durch. Von Valeska von Dolega

Jetzt noch über Friday and the fool zu sagen, sie hätten Talent, ist ungefähr so überraschend wie zu attestieren, die Rolling Stones hätten Potenzial. Die Band ist in der Szene längst ein Begriff und dokumentiert ihr musikalisches Können mit einer Reihe von Auszeichnungen. Nun ist eine weiter für die Trophäensammlung hinzugekommen: Mit ihrem Song "Sowieso" gewannen sie einen der Berliner Festspiele ausgeschriebenen Wettbewerb und wurden zum "Treffen junge Musikszene" eingeladen.

"Es war sehr, sehr gut und echt cool", schwärmt die Wülfrather Sängerin und Saxophonistin Svenja Kupschus (18) über die drei Tage in der Hauptstadt. Und ihre männlichen Band-Kollegen Anton Lenger (17), Erik Chudzik (26) und Bruder Jonas Kupschus (21) nicken zustimmend. Svenja und ihr Bruder Jonas leben in Wülfrath und geben der Band einen, sagen wir mal "bergischen Akzent".

"Wir haben so viel gelernt, menschlich und musikalisch", ergänzt Schlagwerker Felix Große. Denn weil der Wettbewerb mit dem Titel "Texte treffen Töne" ja im Vorfeld stattgefunden hatte und quasi alle Teilnehmer - insgesamt elf Bands und Solisten - Gewinner waren, gab es vor Ort "keine Vergleiche und Bewertungen" im Sinne eines Wettstreits, sondern nur "eine gute Zeit miteinander".

Kaum im Haus der Berliner Festspiele angekommen, das die Fridays, weil sie nicht direkt einchecken konnten, sich ausgiebigst von außen anschauen durften, wurde eine Aufgabe gestellt: Jede Formation oder jeder Solist sollte einem Lied eines anderen Ensembles oder Solisten nehmen, um es zu covern und neu zu interpretieren. "So sind komplett neue Lieder entstanden", nebenbei lernten sich die unterschiedlichen Leute schnell kennen. Vor allem das Abschlusskonzert, Jamsession inklusive, waren "bemerkenswert. Alle, die in Berlin mitgemacht haben, konnten wirklich was", resümiert die Sängerin anerkennend. Auch die Nachwirkungen der Workshops sind enorm, "in jeder Hinsicht wurden Tipps gegeben, wir haben so viele neue Herangehensweisen an Musik kennengelernt", sagt Felix Große. Mit zunächst "komplett fremden Musikern zusammen zu arbeiten hat Spaß gemacht und war sehr inspirierend."

Und was sie beim Treffen der jungen Szenemusiker gelernt haben, wollen sie ihrem heimischen Publikum nicht vorenthalten: An Nikolaus geben sie ein Konzert. Mit Neu-Mitglied Erik Chudzik an der Gitarre. Auch sonst hat die junge Band, für die Musik schon lange nicht mehr bloße Liebhaberei, sondern "ein wichtiger Teil des Lebens ist", wie alle übereinstimmend sagen, noch einiges vor. "Wir gehen da nichts verbissen an", für alle gibt es Alternativen zur Musikkarriere: Anton arbeitet gerade fürs bevorstehende Abitur, Abiturientin Svenja will beispielsweise an der Folkwang-Schule "Jazz Performing Artist" studieren, Erik ist für Mathematik eingeschrieben, Jonas für Biologie, Jonathan Dangelmeyer studiert Geschichte und Musik. Und Felix absolviert zurzeit eine Ausbildung zum Mediengestalter, "das kann ich auch super für die Band benutzen" - indem er deren erstes Video mitgestaltete.

"Swimmer" heißt es, der Reggae-Pop-Song klingt wie ein Soundtrack zum Sommer. "Unser erstes Video, das wir mit so großem Aufwand hergestellt haben", über soziale Netzwerke und die Homepage wird es ab Monatsende als Beitrag gegen den November-Blues zu sehen sein. Schauplätze dafür fanden Friday and the fool im Krefelder Zoo ebenso wie bei Dortmunder Taxifahrern, an Seen und Kirchen. "Im Text von ,Swimmer' geht es darum, seinen Träumen zu folgen. Genau das wollen wir mit der Band ja auch tun", sagt Svenja Kupschus. Als weiteres Ziel peilen sie das erste eigene Album an.

Quelle: RP
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