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Postskriptum: die Woche in unserer Stadt
Wülfraths DRK allein zu Haus

Mettmann. Das DRK der Kalkstadt verfährt nach dem Motto: Es darf nicht sein, was nicht sein soll. Der Kreisverband ist da viel weiter.

Was bleibt in Erinnerung, wenn die Notunterkunft für Flüchtlinge in der Sporthalle des Gymnasiums Ende März geschlossen wird? Es bleibt ein beispielhaftes Engagement der vielen, anfangs mehr als 150 freiwilliggen Helfer, die mit Fürsorge den Menschen eine praktische wie emotionale Heimat geboten haben. Wülfrath war Vorbild, was Willkommenskultur bedeuten kann. Es bleibt aber auch in Erinnerung, dass die Ortsverbandsspitze des Deutschen Roten Kreuzes in Wülfrath eine eher befremdliche Figur abgegeben hat. In den dann sechs Monaten ist der Umgang mit den Problemen vor Ort eher von Überforderung gekennzeichnet.

Als ein Security-Mitarbeiter einer fremden Firma im vergangenen Dezember einer jungen Afghanin nachstellte, wurde der Mann auf Hinweis des DRK von seinem Arbeitgeber sofort versetzt. Das war richtig, weil es spätere Komplikationen (oder womöglich Schlimmeres) vermeiden half. Als ein hauptberuflicher DRK-Mitarbeiter derselben Frau nachstellte, die Polizei nachfragte, der Mitarbeiter aber selbst in Leichlingen der Frau noch nachstellte, blieb man aber merkwürdig regungslos. Warum?

Beim Kreisverband jedenfalls zog man sofort die Notbremse, als man von den Zuständen hörte. Der Mann wurde suspendiert. Zudem erstattete der Kreisverband Anzeige, um Vorgänge polizeilich aufklären zu lassen. Die Richtung lautete: das Problem benennen und prüfen. Nur die Wülfrather DRK-Spitze, die sich ab dem Zeitpunkt auf Forderung des Kreisverbandes nicht mehr äußern sollte, ärgerte es sehr, dass sie im Fokus stand - und verunglimpfte die öffentliche Berichterstattung nach dem Motto: Es darf nicht sein, was nicht sein soll und Schuld sind immer die anderen. Der Wülfrather DRK-Vorsitzende Wolfgang Peetz spricht auf allen Kanälen inklusive der sozialen Netzwerke von Intrigen und Kampagnen. Dabei sollte er die alte Weisheit doch kennen: Wer eine Leiche im Keller hat, sollte nicht die Nase desjenigen tadeln, der sie roch. Er sollte sich eher um die Leiche kümmern.

Die hauptamtlichen Mitarbeiter, die den Betrieb der Notunterkunft dann ein halbes Jahr sicherten, leiden weniger unter schwarzen Schafen. Die gibt es leider immer. Doch sie leiden unter der wenig professionellen Vorgehensweise der Nuk-Führung, die Probleme zu lösen. Vor allem haben es die vielen ehrenamtlichen Helfer in Wülfrath verdient, dass ihre Arbeit in dem halben Jahr Notunterkunft in Wülfrath nicht geschmälert wird. Das sollte in Erinnerung bleiben. Das aber haben die Nuk- und die DRK-Führung in Wülfrath gefährdet.

Quelle: RP
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