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Wülfrath
Wülfraths Schuldenberg bröckelt

Wülfrath: Wülfraths Schuldenberg bröckelt
Die Entwicklung für den Haushalt 2015 sieht Kämmerer Rainer Ritsche berufsbedingt eher zurückhaltend. FOTO: Sparkasse Düsseldorf
Wülfrath. Die Kredite werden geringer. Die Stadt hat derzeit nur noch ein Gesamt-Minus von 67,6 Millionen Euro. Der Grund sind die extrem niedrigen Zinsen. Das Grundproblem Wülfraths gärt aber weiter. Von Uwe Reimann

Die finanzielle Lage in den Büchern hat sich verbessert. Von insgesamt 72,2 Millionen Euro Schulden in 2012 hat sich die Stadt auf aktuell nur noch 67,7 Millionen Euro leicht erholt. Das könnte den Kämmerer beruhigen, doch Rainer Ritsche ist weiter ein extrem vorsichtiger Sachwalter städtischer Finanzen.

Der Blick auf die Zinssummen, die die Stadt über die Jahre verteilt an ihre Kreditgeber zahlen musste, zeigt, wie sehr das allgemeine Zinstal die Lage Wülfraths beeinflusst. Bei den Liquiditätskrediten, mit denen keine grundlegenden wertsteigernden Güter der Stadt bezahlt werden (Transferleistungen), zahlte die Stadt im Jahr 2011 noch 533 000 Euro pro Jahr, 2014 waren es dank der Niedrigzinsen auf dem Kapitalmarkt nur noch 119 000 Euro. Der Grund: Zahlte die Stadt für ihre Schulden 2011 noch einen Zinssatz von 1,2 Prozent, sank der zwei Jahre später auf nur noch 0,15 Prozent. Bei den Investitionskrediten, für die nachhaltige Güter der Stadt bereitstehen (Gebäude, Einrichtungen, Maschinen, Grundstücke) lag die Summe 2011 bei 953 000 Euro. 2014 waren es nur unwesentlich mehr: 965 000 Euro.

Der Liquiditätskredit liegt wie 2011 bei 44 Millionen Euro, zwischenzeitlich hatte er schon bei 48,2 Millionen Euro gelegen. Bei den Investitionskrediten stehen derzeit 23,6 Millionen Euro in den Büchern, 2011 waren es nur 19,1 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung hat abgenommen, denn die Bevölkerung Wülfraths hat zugelegt. 2011 lebten 21 640 Menschen in der Kalkstadt, die Zahl nahm ab und stieg 2014 wieder leicht an auf 21 706. Jeder Wülfrather hat deshalb derzeit 3115,09 Euro Schulden.

Die Entwicklung für den Haushalt 2015 sieht Kämmerer Rainer Ritsche berufsbedingt eher zurückhaltend. Errechnete die Stadt bei der Haushaltsplanung für 2015 anfangs noch ein Millionenloch, hat sich dies nach weiteren Kalkulationen auf nur noch 338 000 Euro vermindert. "Wir wissen nicht, was bis Ende des Jahres passiert. Aber derzeit liegt nach Rücksprachen bei den Unternehmen alles im Plan", sagt Ritsche. Er selber würde amtsgemäß immer Zurückhaltung wahren, doch manche in der Politik hoffen auf einen zum zweiten Mal in Folge ausgeglichenen Etat. Mut machen die Zinsaussichten: "Derzeit ist ein kurzfristiger, erheblicher Zinsanstieg nicht erkennbar", heißt es bei der Stadt.

Quelle: RP
 
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