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Sonsbeck
Brunnenfest: klein, aber mit besonderem Charme

Sonsbeck: Brunnenfest: klein, aber mit besonderem Charme
Passend zum Brunnenfest präsentierte sich auch der Tauchladen "4diver" in Sonsbeck. FOTO: Armin Fischer
Sonsbeck. Das Wetter hätte kaum besser sein können. Ganz so viele Besucher wie in früheren Jahren waren es auf der Hochstraße aber nicht. Es gab besondere Angebote der Händler und eine Trecker-Schau. Von Peter Gottschlich

Matthias Krahwinkel hat schon seit sechs Jahren einen Stand beim Brunnenfest. An dem verkauft er zum Beispiel Spargel aus Walbeck, Erdbeeren aus Kevelaer oder Honig aus Geldern. "Das Brunnenfest gehört zu den guten Märkten in der Region", sagt der Kevelaerer. "In früheren Jahren war es sogar bombastisch. Da haben wir einmal 60 Kisten Erdbeeren verkauft." Doch diese Zeiten sind vorbei, in den sich die Menschen durch die Hochstraße schoben. Dabei ist das Brunnenfest immer noch ein Magnet, vor allem wenn das Wetter mitspielt, wie am Sonntag. Viele Besucher kamen in den Sonsbecker Ortskern, um bei Sonnenschein, 28 Grad und ganz leichten Wind zu schauen und Freunde zu treffen. Davon sind geschätzt die Hälfte Auswärtige, die die dörfliche Idylle und Beschaulichkeit genießen, die die alten Bäume und pittoresken Häuser an der Hochstraße, der Wallstraße und rund um den Brunnen versprühen.

Die Organisatoren der Werbegemeinschaft greifen diese dörfliche Beschaulichkeit auf, um es nach dem inoffiziellen Motto "klein, aber fein" zu planen. Sie wählen Musik aus, die dazu passt. Diesmal ließen zum Beispiel die Musiker vom Musikverein Harmonie die Luft mit moderner Blasmusik harmonisch vibrieren. Oder eine Drehorgel erzeugte fröhliche Klänge. Das gefiel den Besuchern, die kürzer oder länger stehen blieben, um zuzuhören.

Die Organisatoren laden immer einige Kunsthandwerker ein, diesmal die Klöppler Theo und Ursula Lamers aus Goch. "Die Besucher sind zum Teil sehr interessiert", berichteten die beiden. Seit mehr als zehn Jahren kommen sie zum Brunnenfest, um ihre Klöppelkunst vorzuführen.

Ferner vergeben die Organisatoren der Werbegemeinschaf Stände an Händler, diesmal 60. Um Menschen in den Dorfkern zu locken, lassen sie sich meistens noch etwa besonderes einfallen. Am Sonntag war es eine Trecker-Veteranen-Schau, die etwas größer als bei der Premiere am zweiten Sonntag im Jahr 2016 war. Die Besucher konnten Traktoren aus den 50er und 60er Jahren anschauen, zum Beispiel einen hellroten Porsche, einen blaugrauen Hanomag oder einen grünen Mulag von 1961, einen Zwitter zwischen Traktor und Lastwagen.

Vereine nutzen beim Brunnenfest die Chance, sich zu präsentieren. Zum Beispiel zeigten am Sonntag Kunstradfahrer der KAJV Sonsbeck, welche Kunststücke sie zusammen mit ihren Zweirädern unternehmen können. Oder die Taucher Kamp-Lintfort, die in fünf Seen am Niederrhein tauchen und in ihrem Namen Kamp-Lintfort noch durch Niederrhein ersetzt haben, warben um Mitglieder. "Das Brunnenfest ist eine gute Gelegenheit dazu, weil hier so viele gut gelaunte Menschen unterwegs sind", meinte Pressesprecher Michael Jaroch.

Die evangelische Kirche lud zur "Offenen Kirche" ein. Nachdem der Gottesdienst vorüber war, ließ Pfarrer Frank Bublitz die Türen des Gotteshauses einfach offen stehen. "Die Kirche ist nach der Renovierung schön geworden", sagte er. "Wir wollen sie bei den großen Anlässen in Sonsbeck öffnen, wie zum Brunnenfest."

Quelle: RP
 
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