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Sonsbeck
Eiserne Hochzeit bei Oberhäusers

Sonsbeck: Eiserne Hochzeit bei Oberhäusers
Maria und Herbert Oberhäuser sind seit 65 Jahren verheiratet. FOTO: jas
Sonsbeck. Er würde es wieder tun. Für Heinrich Oberhäuser stand Sekunden nach dem ersten Blickkontakt fest: "Das ist sie, die Frau meines Lebens." Er sollte recht behalten. Seit 65 Jahren ist er mit seiner Maria verheiratet - und weiß noch ganz genau, wie und wann alles begann, damals, in Duisburg, beim Schützenfest im September 1951. Von Heidrun Jasper

14 Tage später dann ein schwerer Unfall: "Ich sah aus wie Dracula. Jetzt macht sie Schluss, habe ich gedacht". Hat sie aber nicht: Am 9. August 1952 führte Heinrich Oberhäuser seine Maria zum Traualtar, er war da gerade 21, sie 19 Jahre alt.

Beide sind in Duisburg geboren und aufgewachsen, beide lieben das Campen und Wandern durch Wald und Flur. "Wir haben immer gerne gezeltet, sind mit dem Wohnwagen durch ganz Deutschland gefahren", erzählt Heinrich Oberhäuser. Anfangs alleine, später mit den beiden Kindern, Tochter Margret und Sohn Heinz. Zehn Jahre lang haben die Oberhäuser auf Speetenkath in Labbeck einen Stellplatz gehabt - und da haben beide Kinder nicht nur ihre späteren Ehepartner kennengelernt: Man hat sich auch in das Dörfchen Labbeck verguckt.

Als Tochter Margret und der Schwiegersohn vor 40 Jahren dort ein Haus für sich und ihre Eltern bauten, haben Maria und Heinrich Oberhäuser keine Sekunde gezögert und sind eingezogen. Auch Enkel Robin, den die Oma mit groß gezogen hat, weil die Tochter berufstätig war, ist ganz in der Nähe, hat an der gleichen Straße in Labbeck mit seiner Frau ein Haus gebaut - und kommt immer gerne vorbei, unter anderem auch deswegen, weil die Oma so vorzüglich kocht.

Pünktlich um 12 Uhr steht das Mittagessen auf dem Tisch. Immer gibt es frisches Gemüse - "da kann kommen, was will", freut sich Heinrich Oberhäuser, der gerne im Internet stöbert und gegen den Computer Schach spielt, jeden Tag mit den Tomaten im Gewächshaus spricht, seit 20 Jahren einmal in der Woche zum Turnen bei der Herzsportgruppe geht und bis vor vier Wochen täglich mit dem Hund spazieren gegangen ist, der dann mit 16 Jahren "friedlich eingeschlafen" ist.

40 Jahre hat der Jubilar als Walzer bei Thyssen-Krupp in Hochfeld gearbeitet. "Mit 56 haben sie uns alle 'rausgeschmissen." Aber der Sozialplan sei gut gewesen. Seine Frau hat die beiden Kinder groß gezogen und 20 Jahre beim Oberstaatsanwalt in Duisburg-Rheinhausen den Haushalt geführt. Der Kontakt zu ihm besteht noch immer.

Er würde es wieder tun: "Ich liebe meine Frau wie am ersten Tag. Wir sind zwar weit über 80, aber das Herz und der Geist sind jung geblieben", sagt Heinrich Oberhäuser. Das, so wünschen sich beide, soll auch so bleiben. Denn die Gnadenhochzeit in fünf Jahren, die würden sie gerne noch feiern.

Jetzt wird aber erst mal Eisernes Ehejubiläum gefeiert, am Samstag, 12. August. Mit der Familie, Freunden, Verwandten und den Nachbarn der Straße Am Tüschenwald, zu denen die beiden ein sehr gutes Verhältnis haben.

Quelle: RP
 
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