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Xanten
Gesamtschüler regelmäßig auf der Insel

Xanten: Gesamtschüler regelmäßig auf der Insel
Schulleiterin Regina Schneider und Natur-Forum-Geschäftsführer Dirk Janzen (vorn) unterzeichneten einen Kooperationsvertrag. Star des Tages war Gans Gundula, die die Biologin Frauke Freise (r.) mitgebracht hatte. FOTO: Fischer, Armin (arfi)
Xanten. Die Gesamtschule Xanten-Sonsbeck und das Naturforum Bislicher Insel wollen eng zusammenarbeiten. Die Leiter der Einrichtungen unterzeichneten in Xanten für den Unterricht in der Natur einen Kooperationsvertrag. Von Heinz Kühnen

Gundula war wohl das meist bewunderte Objekt an diesem Morgen. Biologin Frauke Freise hatte sie zum Treffen mit den Siebtklässlern der Gesamtschule Xanten-Sonsbeck im Naturforum Bislicher Insel mitgebracht, die ausgestopfte Gans. Und wohl jeder hat ihr einmal übers Federkleid gestrichen. Ein schöner Rahmen für zwei möglicherweise wegweisende Unterschriften Schulleiterin Regina Schneider und der Leiter des Naturforums, Dirk Janzen, unterschrieben einen Kooperationsvertrag.

Für die Gesamtschule ist das nicht der erste: Mit dem Archäologischen Park, mit der Lebenshilfe und Sportvereinen gibt es bereits feste Abkommen, die in Worte fassen, was zum Schulprogramm gehört: "Wir wollen Lebensnaher Unterricht auch außerhalb der Klassenzimmer", wie Regina Schneider es nennt. Dazu gehöre eben auch ökologische Bildung.

Wie die aussehen kann, hat Biologielehrerin Anke Cleven mit den Siebtklässlern bereits am Anfang des Schuljahrs ausprobiert. Offensichtlich mit nachhaltigem Erfolg. Antonia und Kiara erinnern sich auch Monate später an die Untersuchung von Bodenproben auf der Insel. Die Filterwirkung des Bodens haben sie unter anderem mit Zugabe von Tinte erkundet.

Zunächst einmal im Schuljahr, so Anke Cleven, sollen die Schüler den außerschulischen Unterricht im Haus des Landschaftsverbandes Rheinland (RVR Ruhr Grün) genießen, zumal Naturwissenschaften neben Mathematik, Deutsch und Englisch als viertes Hauptfach gewählt werden kann. Im Naturforum, so die Lehrerin weiter, könnten die Schüler hautnah erleben, was ihre natürliche Umgebung ausmacht. "Natur zum Anfasssen": Das könne Biologieunterricht in den klassen- und Kursräumen so nicht leisten. Später, so die Pläne, könnte dann auch Bio-Kurse der Oberstufe von der Kooperation profitieren. Außerdem sind die Schüler gerngesehene Mitwirkende bei den Aktionstagen - bei der Pflanzentauschbörse, beim Obstwiesenfest oder beim Tag der offenen Tür.

Dirk Janzen hofft damit auch auf eine Art Schneeballsystem. "Wir haben uns der Umweltbildung verschrieben", sagt der Geschäftsführer. Da sei es nötig, möglichst früh ein Bewusstsein zu entwickeln - zum Beispiel über den Natur- und Umweltschutz, den Auenwald oder auch den Klimawandel. Janzen: "Da wollen wir verstärkt die Schulen der Region mit einzubinden." Der Vertrag mit der Gesamtschule sei in diesem Sinn der Startschuss für die Bildung eines Netzwerkes.

Dass das Naturforum diese Arbeit leisten kann, sei ihr schließlich zweimal von der Unesco bestätigt worden, die die Qualität der Umweltbildung ausgezeichnet hat. "Bei uns können Schüler die Natur hautnah erleben und im eigenen Laborraum auch arbeiten."

Das spricht sich herum: Zu den ganztägigen Veranstaltungen für Klassen oder Kurse zieht es immer mehr Schulen - längst auch aus dem weiteren Umkreis. "Richtig regelmäßig" zu Gast sind nun auf jeden Fall die Gesamtschüler aus Xanten und Sonsbeck.

Quelle: RP
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