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Unsere Woche
Hoffen auf das Gewissen

Unsere Woche: Hoffen auf das Gewissen
FOTO: Fischer Armin
Xanten. Der Unfall am zurückliegenden Wochenende an der Ulrichstraße in Alpen macht noch immer fassungslos. Ein als sehr sympathisch geltender junger Mann, der im Ort aktiv am Leben teilnimmt, den viele schätzen, wird unter mysteriösen Umständen aus dem Leben gerissen, nachdem er in den Stunden zuvor ausgelassen gefeiert hatte. Niemand kann sich nur annähernd vorstellen, welches Leid die endgültige Nachricht für die Angehörigen bedeutet.

Der Ort, der wenige Wochen zuvor von der Nachricht über den Tod eines Schülers am Bahnübergang in Schock versetzt worden ist, wird erneut erschüttert. Kaum ein Gespräch, in dem es nicht irgendwann um den schrecklichen Unfall geht, der so viele Fragen aufwirft.

Wie es zu dem nächtlichen Unglück gekommen ist, liegt weiter weitgehend im Dunkeln. Mit Hilfe eines Spürhundes ist es der Polizei zumindest gelungen, den Weg des Opfers von der Party zur Unfallstelle zu ermitteln. Unklar auch: Warum hat der 25-Jährige, wenn schon nicht den Shuttlebus, nicht zumindest den direkten Heimweg genommen? Viel entscheidender ist die Frage, wie es zum Unfall gekommen ist. Die Antwort kann, weil's keine anderen Zeugen gibt, nur der- oder diejenige geben, der/die das Fahrzeug gefahren hat, das den jungen Mann am Straßenrand überrollt hat.

Die Polizei tut alles, um herauszufinden, wer am Steuer gesessen hat. Sie braucht vermutlich einen Helfer. Das Gewissen. Nach menschlichem Ermessen muss die Last gewaltig sein, die der Unglücksfahrer mit sich trägt. Es geht nicht um vorschnelle Schuldzuweisung, sondern darum, dass vor allem die Angehörigen ein Recht haben zu erfahren, was passiert ist. Der Fahrer hat die Chance, mit sich ins Reine zu kommen. Irgendwann. Eine andere Chance, als sich zu offenbaren, hat er/sie nicht.

BERNFRIED.PAUS@RHEINSCHE-POST.DE

Quelle: RP
 
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