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Xanten
Künstlerin findet neue Pool-Heimat

Xanten. Sabine Suhrborg residiert mit ihrem Atelier nun in der Seniorenresidenz Burg Winnenthal. "Draxi" fehlt ihr. Von Erwin Kohl

Wenn es um ihren Arbeitsplatz geht, hat die Künstlerin Sabine Suhrborg ein Faible für außergewöhnliche Orte. Als 2009 das Nibelungenbad seinen Betrieb einstellte, mietete sie sich kurzerhand dort ein und machte das Schwimmbecken zum Kunstbecken. Mit dem beschlossenen Abriss des Gebäudes stand sieben Jahre später auch das Ende vom "atelier im pool" fest. Der Name ihrer Künstlerwerkstatt hatte sich aber bereits dermaßen herumgesprochen, dass Sabine Suhrborg ihn unbedingt behalten wollte. "Ich habe mir schon überlegt, notfalls ein Planschbecken in die Mitte meines neuen Ateliers zu stellen, damit es weiterhin so heißen kann", erzählt die ausgebildete Objektdesignerin.

Dann aber hat sie davon gehört, dass in der Seniorenresidenz Burg Winnenthal ein kompletter Wellnessbereich leer steht, inklusive (Whirl)-Pool. Mit der Idee, in dem ehemaligen Wohlfühlbereich ein Künstleratelier einzurichten, stieß sie bei Einrichtungsleiterin Susanne van Schayck auf offene Ohren: "Der Raum hat 20 Jahre leer gestanden. Für uns ist das ganz toll. Wir fördern die Kunst, haben immer wieder Ausstellungen in unserem Haus und wünschen uns mehr öffentliches Interesse für die älteste Wasserburg am Niederrhein."

Am Sonntag fand die offizielle Eröffnung der neuen Atelierräume statt. Der Weg dorthin führt über einen düsteren Flur, an dessen Ende man durch eine Tür auf der linken Seite geht und plötzlich in eine andere, farbenfrohe und lichtdurchflutete Welt tritt. Davon zeigte sich auch Xantens Bürgermeister Thomas Görtz beeindruckt: "Mir war gar nicht bewusst, dass wir in Xanten einen Wellnessbereich haben, der noch dazu im Dornröschenschlaf lag. Die Kombination dieser Räumlichkeiten mit der Kunst finde ich sehr spannend."

Tatsächlich wirkt das Zusammenspiel der weißen Fliesen und dem auf einem Podest thronenden Whirlpool mit den anspruchsvollen Werken der Künstlerin wie eine perfekte Komposition. Zumal die Nähe zum Wasser eine zentrale Rolle im Leben und Wirken der Malerin spielt. "Ich habe in meiner Kindheit sehr viel Zeit auf dem Segelboot meiner Eltern verbracht, oft tagelang aufs Meer gesehen. Vielleicht stammt daher meine Vorliebe für abstrahierte Wasserlandschaften mit ihrer Weite", mutmaßt Sabine Suhrborg. Ihre Bilder malt sie unter großen Dachfenstern auf dem Fußboden neben dem Pool auf Leinwänden, die sie selber herstellt.

Im Obergeschoss von Burg Winnenthal hat Sabine Suhrborg ihre Heimat gefunden. "Ich hatte ein Angebot aus Bocholt, da war mir klar, dass ich in Xanten bleiben möchte. Ich fühle mich hier richtig wohl." Nur den Blick auf den wasserspeienden "Draxi" aus dem Nibelungenbad hatte sie vermisst. Aber zum Glück bekam sie von einer Freundin zur Eröffnung einen Stoffdrachen geschenkt, das "Draxelinchen". Das Atelier kann sonntags von 11 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung besichtigt werden. Daneben bietet die Künstlerin diverse Kurse sowie Gruppen- und Einzelstunden an. www.sabinesuhrborg.de

Quelle: RP
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