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Xanten
Lüttingen wieder auf Hochglanz gebracht

Xanten. Der Heimat- und Bürgerverein hatte die große Dorfreinigungsaktion am Samstag organisiert. Am Seeufer lag wieder besonders viel Müll. Von Erwin Kohl

Nein, das es dreckig ist im Fischerdorf Lüttingen, kann nun wirklich niemand behaupten. Im Gegenteil, spaziert man durch den Ort, fallen gepflegte Wege und Straßen sowie sauber herausgeputzte Vorgärten ins Auge. Das Dorf lädt praktisch zum Wohlfühlen ein. Dass der Heimat- und Bürgerverein aber dennoch seit mehr als einem Jahrzehnt immer am letzten Samstag in den Osterferien zur großen Dorfreinigungsaktion einlädt, hat einen anderen Grund.

"Im Dorf selber ist alles sauber, da fährt die Kehrmaschine durch und die Bürger halten ihre Grundstücke in Ordnung. Da sammeln wir auch nicht. Der Dreck liegt an den Hundestrecken außerhalb des Dorfkerns", erzählt Klaus Kaja. Der Vorsitzende des Vereins meint damit zum Beispiel den Mölleweg oder die Hagelkreuzstraße, wo verantwortungslose Hundehalter beim Gassigehen nebenbei die Zigarettenschachtel oder das Schnapsfläschchen in den Grünstreifen werfen. Ein Kräuterlikör aus Wolfenbüttel scheint sich bei der Lüttinger Bevölkerung besonderer Beliebtheit zu erfreuen. "Der Paßweg wird von uns Müllsammlern die Jägermeisterallee genannt, weil wir dort Unmengen dieser Flaschen finden", sagt Hans-Josef Heveling.

Eigentlich sollte das nicht mehr vorkommen, denn die Intention der Heimatliebhaber beinhaltet auch einen erzieherischen Zweck. "Wir wollen zum einen einmal im Jahr einen Glanzpunkt setzen. Daneben möchten wir den Leuten aber vor allem deutlich machen: Seht her, hier habt ihr euren Müll hingeworfen", erklärt Klaus Kaja. In fünf Gruppen aufgeteilt, machten sich die knapp 20 freiwilligen Ordnungskräfte mit Zangen und Müllsäcken bewaffnet auf den Weg. Die werden gerade auf den beliebten Spazier- und Fahrradrouten ganz schnell voll. Jens Weinkath, zweiter Vorsitzender, pendelt mit Auto und Anhänger zwischen den Gruppen hin und her, sammelt die abgefüllten Hinterlassenschaften ein. Dabei führt es ihn immer wieder ans Ufer der Südsee. "Nach einem guten Sommer ist es dort besonders schlimm. Überall zwischen den Büschen finden wir Einweggrills und Knochen, manchmal sogar einen alten Sonnenschirm oder eine kaputte Liege", stöhnt Kaja. Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, stellen manche Hinterlassenschaften gar eine Gefahr für Mensch und Tier dar. "Wir finden regelmäßig Scherbenhaufen und abgebrochene Flaschen. Die Leute machen sich einen Spaß daraus, sie mit Steinen kaputt zu werfen", regt sich Karla Buchmann auf: "Es ist einfach frustrierend zu sehen, dass es nach dem Sommer wieder genauso aussieht."

Unterstützung erfuhren die "Seesammler" durch Jos und Ties van Schindel. Die Zehnjährigen steuern im Wechsel ein Go-Kart mit Anhänger, auf dem fünf volle Müllsäcke Platz finden.

Quelle: RP
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