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Sonsbeck
Märsche - verspielt und gar nicht zackig

Sonsbeck: Märsche - verspielt und gar nicht zackig
Glänzende Vorstellung: Johannes Thenagels blies beim Frühjahrskonzert das erste Horn. FOTO: Armin Fischer
Sonsbeck. Musikverein Harmonie Sonsbeck/Labbeck und Jugendblasorchester begeisterten über 200 Zuhörer im Kastell. Von Erwin Kohl

Mit seinem traditionellen Frühjahrsprogramm unter dem Titel "Ist das noch Marsch?" startete der Musikverein Harmonie Sonsbeck/Labbeck vor über 200 Besuchern im Kastell in das noch junge Jahr. Aber warum ausgerechnet Marschmusik, fragten sich viele. "Die Auswahl der Musik wird in einem Gremium abgestimmt, der Musiker aller Altersgruppen angehören. Wir waren schon leicht verwundert, als unser Dirigent Wolfgang Güdden Märsche vorgeschlagen hat. Aber er hat uns überzeugt", erklärt Daniela Kerruth, die gemeinsam mit Ann-Christin Ingenlath das Programm des Musikvereins moderierte.

Bevor jedoch die ersten Märsche erklangen, machte das Jugendblasorchester des Musikvereins unter Leitung von Daniela und Peter Peeters deutlich, warum man sich um die Zukunft des Vereins keine Sorgen machen muss. Mit Titeln wie "Hey Jude", "Smoke on the water" oder "Happy" heizten sie Stimmung im Kastell mächtig an. Dabei übernahmen sie abwechselnd und höchst humorvoll die Moderation. "Wenn sie nach dem letzten Stück klatschen oder auf dem Tisch stehen, dann haben wir alles richtig gemacht", sagte der elfjährige Alexander Engelhardt.

Mit dem Konzertmarsch "Arsenal" des belgischen Komponisten und Dirigenten Jan van der Roost eröffnete der Musikverein wenig später den Hauptteil. Auch beim folgenden "Florentiner Marsch" des tschechischen Komponisten Julius Fucik zeigte sich gleich zu Beginn, dass Marschmusik nicht unbedingt mit marschierenden Soldaten assoziiert werden muss, sondern auch leicht, verspielt und mit dem Einsatz von Saxofonen und Klarinetten melodisch dargeboten werden kann.

Warum die Musiker ein ganzes Wochenende konzentriert durchgeprobt hatten, zeigte sich am sehr anspruchsvollem "Marche pour Harmonie on Fanfare" der französischen Komponistin Germanie Tailleferre, der nicht nur in ausgefallener Tonart geschrieben wurde, sondern die Musiker zwingt, ihre Melodien gegeneinander zu spielen.

Zwischen den Stücken bot das Moderatoren-Duo Daniela Kerruth und Ann-Christin Ingenlath dem Publikum Hintergrundinformationen zu den einzelnen Arrangements und der Marschmusik als solches. Der Charakter des Marsches, erfuhr das Publikum beispielsweise, liegt darin begründet, dass er sich in vier Teile gliedert, von denen der letzte von der Melodie und den Harmonien geprägt ist.

Für den Höhepunkt zum guten Ende eines herausragenden Konzertes mit Märschen aus aller Welt sorgte das gemeinsam mit dem Jugendblasorchester vorgetragene Stück "Highland Cathedral". Als besonderer Gag wurde das Intro der bekannten schottischen Hymne stilecht von einem Dudelsackspieler vorgetragen. Das sorgte für einen starken Schlussapplaus und großzügige Spenden für den Musikverein Harmonie.

Quelle: RP
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