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Xanten
Marimba und Orpheus: Spasovski im Dreigiebelhaus

Xanten. Er selbst bezeichnet sich als Getriebener: "Ich muss jeden Tag an meinen Bildern arbeiten, ohne meine Kunst geht gar nichts", sagt Dejan Spasovski. Am Sonntag eröffnet der Kunstverein Xanten im Dreigiebelhaus eine Ausstellung mit 41 Werken des in Köln lebenden Künstlers. "Verschränkung, Marimba, Orpheus & Co." ist der Titel - und gleichzeitig ein Wegweiser durch die eigens für diese Einzelausstellung geschaffenen Bilder. Von Heinz Kühnen

Orpheus und Marimba, zwei Sagengestalten aus dem Alterum bestimmen die Arbeiten. Marimba, eine afrikanische Musikgöttin, die aus Waffen Musikinstrumente machte, ist ebenso in immer wieder neuen Abwandlungen zu sehen, wie der betörende Sänger Orpheus. Der brachte, so der griechische Literat Vergil, selbst Felsen zum Weinen und versuchte vergeblich, seine Frau Eurydike mit seiner Musik aus der Unterwelt zu befreien.

Der 1979 in Skopje geborene und in Bergisch-Gladbach aufgewachsene Dejan Spasovski wandelt diese Mythen immer wieder frei ab. Er, der an der Kunstakademie in Düsseldorf studiert hat und Meisterschüler des "Jungen Wilden" Siegfried Anzinger war, kombiniert in seinen Papierarbeiten das Musik-Thema seiner Protagonisten auch mit Figuren der Fantasy-Welt. Da tauchen dann schon mal Darth Vader und Gandalf auf. Marimba wird zur (gefesselten) Galionsfigur. Spasovski zitiert in einem Bild Goya, platziert in einem anderen Giacomettis "Cube". Orpheus singt bei den Dinos - dem lyrischen Prinzip entsprechend natürlich bei Vollmond. "Gehör verschaffen über die Retina" nennt das Spasovski, der, was er sonst nur ungern tut, die Bilder mit Titeln versehen hat - "good playing games" zum Beispiel. Und immer wechseln die Techniken. Sprühdose, Acryl, Kohle, Buntstifte, je nach Stimmung des Künstlers, der bei seiner Arbeit - auch über Musik - eins nicht kann: Musik hören. Die, so sagt er, lenke ihn ab.

Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, 13. September, 12 Uhr hat die Vorsitzende des gut 100 Mitglieder zählenden Kunstvereins Xanten, die Kunsthistorikerin Claudia Bongers, Ulrike Jagla-Blankenburg eingeladen. Spasovskis Galeristin wird die Einführungsrede halten.

Die Ausstellung dauert bis zum 15. Oktober.

Quelle: RP
 
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