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Unsere Woche
Umfassende Information ist Trumpf

Xanten. Die Rheinberger Grünen haben in dieser Woche alles richtig gemacht. Sie hatten ins Landhaus Steinhoff eingeladen und haben das Gespräch mit den Anwohnern gesucht und gefunden. Was ist rund um die dortige Kreuzung im alten Budberger Ortskern geplant? Was wollen die Bürger, was wollen sie nicht? Fraktionssprecher Jürgen Bartsch verhehlte nicht, dass eigentlich die SPD dieses für den Ort wichtige Thema besetzt hat - durch den Versuch, Steinhoff unter Denkmalschutz zu setzen, und einen Antrag, dort einen Bebauungsplan aufzustellen. Die SPD hat es allerdings versäumt, damit an die Öffentlichkeit zu gehen, und nun fahren die Grünen die Ernte ein. Denn sie treffen exakt die Stimmung im Dorf: Die Menschen wollen informiert werden, wenn in ihrer Nachbarschaft etwas anliegt. Und zwar nicht erst dann, wenn Kaufverträge unterschrieben und Bebauungspläne genehmigt sind. Diesen peinlichen Fall gibt es leider ebenfalls in Rheinberg: an der ehemaligen Montessorischule. Dort will der Awo-Kreisverband ein stattliches Verwaltungsgebäude bauen. Die Stadt hat verkauft, die Politik hat es durchgewinkt. Eine Ungereimtheit jagt die nächste.

Die Anwohner-Initiative kommt nur mühsam an Informationen und legt sie zu einem seltsamen Puzzlebild zusammen. Was passiert? Die Verwaltung und der Bürgermeister schweigen, die Politiker zucken mit den Achseln, und der Geschäftsführer des Awo-Kreisverbandes möchte sich zumindest in der Presse nicht dazu äußern. Aufgepasst, liebe Verantwortliche: Die Zahl der Rheinberger, denen die ganze Geschichte mächtig stinkt, wächst von Tag zu Tag. Es wird Zeit, dass endlich jemand erklärt, was da passiert ist.

Dass es nur mit Information geht, zeigte auch das große Interesse in Xanten an der Veranstaltung zur Nutzung der leeren Grundschulgebäude in Vynen und Birten für Flüchtlinge. Aber: Die Stadt legt ihre Notlage offen und erläuterte die Entscheidung - daran ändern kann die Bürgerbeteiligung nichts mehr.

Wenn es um Schulschließungen geht, spielen immer Emotionen eine große Rolle. An dieser Stelle wiederholen wir uns. Das galt nun auch für die Zusammenlegung von Grundschule Marienbaum und Viktorschule. Die Stadt nahm aber mit der umfassenenden Darstellung von Gesetzeslage, Schülerprognosen und tatsächlichen Auswirkungen manch' übertriebener Kritik den Wind aus den Segeln. Was uns immer wieder wundert: Wenn über Schulen diskutiert wird, spricht kaum jemand von den Kindern.

Trotz alledem - genießen Sie Ihr Wochenende.

UWE PLIEN UND DIRK MÖWIUS NIEDERRHEIN@RHEINISCHE-POST.DE

Quelle: RP
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