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Xanten
Xanten baut Bushaltestellen behindertengerecht aus

Xanten. Begehung zeigt: Stadtmitte und Birten haben noch erheblichen Nachholbedarf, um Barrierefreiheit zu erreichen. Von Peter Kummer

Die Stadtmitte und Birten haben noch erheblichen Nachholbedarf, damit die Bezeichnung Barrierefreiheit auch zutrifft. Zwei Begehungen, an denen unter anderem Vertreter der Stadt, der Ortspolitik und der Behindertenbeauftragte Michael Verhalen teilgenommen haben, brachten teilweise eklatante Behinderungen zutage. Das ergibt sich aus den jetzt vorliegenden Zusammenfassungen der 2015er Begehungen. Ziel war es, die neuralgischen Punkte zu lokalisieren, in ein Programm aufzunehmen und nach Möglichkeit abzustellen. Ende Oktober sollen die anderen Ortsteile Vynen, Marienbaum, Lüttingen, Wardt und Obermörmter ebenfalls unter die Lupe genommen werden. Auch dann möchte Verhalen möglichst Menschen mit Handicap daran beteiligen, die aus ihrer Sicht auf Erschwernisse und Barrieren aufmerksam machen können.

Ortsbegehung Xanten: Bei der unterirdischen Toilettenanlage auf dem Markt wurde bemängelt, dass sich die Tür des Aufzugs nicht automatisch öffnet. Das könne hinderlich sein, wenn keine Person hilft. Bei Regen und Nässe ist die Platte des Aufzugs rutschig und kaum befahrbar. Die Öffnungszeiten könnten auf 8 bis 20 Uhr ausgedehnt werden. Ein Hinweis, welche Geschäfte einen Euro-Schlüssel haben, wäre hilfreich.

Die Straße am Westwall wird von Autos oft zu schnell befahren. Rollstuhlfahrer und Rollator-Nutzer aber stehen direkt an der Fahrbahn, wenn sie die Gatterschranke durchquert haben. Ein Zebrastreifen könnte zwar die Situation entschärfen, ist aber aus rechtlichen Gründen nicht zulässig, heißt es in der Zusammenfassung des Berichts. Ebenso lässt sich ein Überweg auf dem Ostwall zum Südwall nicht realisieren. Und für die Marsstraße wäre ein ebener Plattenstreifen ähnlich dem rund um dem Markt wünschenswert.

Immerhin gibt es auch einen Lichtblick: Die Arbeiten für ein behindertengerechtes WC im Rathaus sind schon weit fortgeschritten. Ein neuer Aufzug erlaubt dann auch den barrierefreien Zugang zum Rathaus.

Ortsbegehung Birten: Für die B57 in Höhe der Reinhardstraße wird ein Fußgängerüberweg vorgeschlagen. Die Situation in Winnenthal bezeichnet der Bericht als "äußerst unbefriedigend". Bordsteine seien nicht gesenkt, der Bürgersteig sei nicht barrierefrei und durchgängig bis zur Weseler Straße. Ein Überweg könne das Begehen vor allem durch die Bewohner des Altenheims in Zukunft sicherer machen. Ähnlich Beeinträchtigungen wie in Winnenthal zeigten sich in Ginderich und auf der Straße Zur Wassermühle. Darüber hinaus wird der barrierefreie Umbau der Bushaltestelle.

Für 2017/2018 will die Stadt den behindertengerechten Ausbau weiterer Bushaltestellen beim Verkehrsverbund Rhein-Wuhr beantragen.

Dies betrifft die Haltepunkte Landwehr, Am Nibelungenbad, auf dem Dorfplatz Birten sowie in Birten die Haltestelle Gindericher Straße in beide Fahrtrichtungen. Die Anträge hierfür werden im Oktober gestellt; ein Großteil der Kosten würde bei einem positiven Bescheid gefördert.

Sollte eine Förderung abgelehnt werden, wird der Rat erneut darüber beraten, ob die Haltestellen auch ohne Zuschüsse umgesetzt werden, schlägt die Stadtverwaltung den Fraktionen vor.

Quelle: RP
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